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Wundersamer Spritverbrauch

Landeseichämter werden auch nach Beschwerden von Bürgern tätig

  • Von Dörthe Hein, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Supermarktwaage, Zapfsäule und Radargerät haben eines gemeinsam: Sie müssen genau funktionieren, denn sonst wird es teuer. Damit die Verbraucher auch das bekommen, was sie bezahlen, gibt es die Landeseichämter. 39 Eicher und Prüfer nehmen im Land alles genau unter die Lupe, vom Wasserzähler bis zum Taxameter.

Halle. 2009 haben die Experten vom Landeseichamt Sachsen-Anhalt fast 31 200 Messgeräte geeicht, wie der Direktor des Landeseichamts, Walter Klein, in Halle sagte. 761 mussten ein zweites Mal vorgestellt werden, weil sie unabsichtlich verstellt waren. 105 Verstöße wurden geahndet; meist hatten die Besitzer die Waagen nicht in der vorgeschriebenen Frist eichen lassen oder eben manipuliert. Der Landesbetrieb nahm 2009 Strafzahlungen in Höhe von 44 710 Euro ein. Damit und mit den Eichgebühren deckt er laut Klein rund 85 Prozent seiner Kosten.

Die Kontrolle der Waagen ist nicht ganz einfach, weil sie meist elektronisch funktionieren und in Netzwerke eingebunden sind. »Wir kontrollieren, ob die Datenwege nicht manipuliert sind, denn der Hauptangriffspunkt ist die Elektronik«, sagt Klein. Die Verbraucher haben kaum eine Möglichkeit, Schummeleien oder unbeabsichtigte Abweichungen zu erkennen. Für die Kontrolle der Geräte gibt es vorgeschriebene Fristen, bei Waagen sind das in der Regel zwei Jahre. Auch Fehlergrenzen gibt es, beispielsweise von etwa zwei Gramm je einem Kilogramm Äpfel. »Kein Messgerät kann einhundertprozentig genau sein.«

Das Motto der Prüfer lautet für Klein: »Wir unterstellen das Beste, aber wir kontrollieren, dass das auch so ist.« Das gilt nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für Baustoffe im Straßenbau. Da gebe es ein hohes Manipulationspotenzial. »Wenn hier falsch gemessen wird, zahlt das der Steuerzahler«, sagt Klein. Die Prüfer stehen immer wieder vor Herausforderungen, etwa wenn es um neue Technologien wie in Biogasanlagen oder Tankstellen für Elektroautos geht.

An das Eichamt können sich auch Bürger wenden, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt. »Am häufigsten melden sich Menschen, weil aus ihrer Sicht an der Tankstelle etwas nicht stimmt«, sagt Klein. Typisch sei, dass jemand annimmt, sein Tank fasse nur 69 Liter, die Zapfsäule zeigt aber 75 Liter Verbrauch an. »Da muss man sagen: Der Tank ist nicht geeicht, teilweise gibt es bei den Herstellern Abweichungen.« Die Prüfer gehen den Fällen nach und prüfen auch unangemeldet an den Tankstellen und in Supermärkten, 2009 bemerkten sie 15 Verstöße an Zapfsäulen. Die Mitarbeiter des Landeseichamts kümmern sich zudem um Fertigpackungen und überprüfen, ob hier so viel drin ist wie angegeben.

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