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Wortgewaltig

William Hague / Als Tory-Chef gescheitert, versucht er sich als britischer Außenminister

  • Von Detlef D. Pries
  • Lesedauer: 2 Min.

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Zwei Tage nach seiner Ernennung zum »Secretary of State for Foreign and Commonwealth Affairs« wird William Hague (49) heute in Washington mit Kollegin Hillary Clinton zusammenkommen. Der neue britische Außenminister strebt nach eigenen Worten »solide, aber nicht unterwürfige« Beziehungen zu den USA an. Kommt darin Distanz zur Politik Barack Obamas zum Ausdruck? Es heißt, der Stil George W. Bushs habe William Hague mehr gelegen. In der Unterstützung des Bush-Kriegs gegen Irak war sich der Konservative – seltener Fall – sogar mit Labour-Premier Tony Blair einig.

Der Sohn eines Limonadenherstellers aus Richmond in Yorkshire bekam von seiner Mutter zum 15. Geburtstag die Mitgliedschaft in der Tory-Partei geschenkt. Bei deren Kongress ein Jahr später soll er Margaret Thatcher durch eine flammende Rede beeindruckt haben. Nach dem Studium in Oxford zunächst als Unternehmensberater tätig, wurde Hague als 28-Jähriger 1989 ins Unterhaus gewählt und 1995 von Premier John Major zum Minister für Wales ernannt. Dort, in Wales, lernte er auch seine Frau Ffion Jenkins kennen, die Regierungsbeamtin war.

Majors Wahlabsturz 1997 bedeutete den Aufstieg für Hague: Er war der jüngste Vorsitzende der Konservativen Partei seit rund 200 Jahren – und wurde der erste reguläre Tory-Chef nach rund 80 Jahren, der nicht in Nr. 10 Downing Street einziehen durfte, den Sitz des Premierministers. Denn 2001 erlitt seine Partei ein weiteres Wahldebakel und Hague trat umgehend vom Vorsitz zurück.

In den folgenden Jahren verfasste er Politikerbiografien und hielt Konferenzreden, die ihn zum bestbezahlten Abgeordneten machten. Geschätztes Vermögen: 2,2 Millionen Pfund. Erst 2005, als David Cameron Chef der Konservativen wurde, rückte Hague als dessen Schattenaußenminister wieder auf die vordere Parlamentsbank. Auf seinen Rat hin zog Cameron die Tory-Abgeordneten im EU-Parlament aus der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) ab, denn Hagues Argwohn gegenüber »Europa« ist noch größer als der gegen Obama. In den jüngsten Koalitionsverhandlungen mit den Liberalen soll er sich zwar kompromissbereit gezeigt haben, doch sagt man, für seinen Traumjob tue Hague alles. Jetzt hat er ihn.

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