Thema: Israel und der biblische Mythos

Die »Anderen« unter uns

Shlomo Sand über »Die Erfindung des jüdischen Volkes«, die Doppelmoral einer Staatsgründung und die Nakba

SHLOMO SAND, geboren 1946 als Kind polnischer Juden in Linz, kam im Alter von zwei Jahren mit den Eltern nach Israel, wurde mit 16 aus politischen Gründen von der Schule relegiert, konnte nach dem Militärdienst aber das Abitur nachholen, studierte und lehrte Geschichte in Paris und ist heute Professor an der Universität in Tel Aviv. Sein Buch »Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand« ist jetzt bei Propyläen erschienen (506 S., 24,05 €). Mit Shlomo Sand sprach KARLEN VESPER.

ND: Ihr Buch hat in Israel für ziemliche Aufregung gesorgt.
Shlomo Sand: Es war wochenlang auf der Bestseller-Liste, auch in Frankreich. Ich wurde zu vielen Diskussionen eingeladen. Mein Buch wurde wohlwollend aufgenommen. Zwei Kollegen von der Fakultät »Geschichte des jüdischen Volkes« attackierten mich jedoch heftig, was normal ist, denn entsprechend der Aussage meines Buches forschen sie zu einem Gegenstand, den es nicht gibt. Auch zionistische Blogger erklärten mich zum »Volksfeind«. Ich bin als Antizionist beschimpft worden. Das bin ich nicht. Ich bin ein Postzionist. Eric Hobsbawm lobte mein Buch im »Guardian« und kürte es zum Buch des Jahres – um ehrlich zu sein, neben einem weiteren, von Hans Magnus Enzensberger. Hobsbawm schrieb, wenn Bücher die Welt verändern könnten, würde mein Buch zu jenen gehören.

Davon sind Sie auch überzeugt?
Ich habe es in der Hoffnung geschrieben, einen Beitrag zu leisten, damit Israel eine Zuku...

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