In der eigenen Wohnung von Nazis erstochen

Antifaschisten erinnern zu Pfingsten in Berlin-Buch an Dieter Eich, der vor zehn Jahren ermordet wurde

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Dieter Eich

Die vier Neonazis überraschen Dieter Eich im Schlaf. Der 60-jährige Sozialhilfeempfänger, wegen seiner Haartracht »Beethoven« genannt, ist seinen Peinigern wehrlos ausgeliefert, als diese auf ihn einschlagen und -treten. Der brutale Überfall trifft Eich in seiner eigenen Wohnung im 9. Obergeschoss eines Hochhauses in der Walter-Friedrich-Straße 52 im Pankower Ortsteil Buch. Noch zwei Mal kehren die Rechtsextremisten, die damals im Mai 2000 zwischen 17 und 21 Jahre alt sind, zurück: Beim ersten Mal sticht der Haupttäter René R. dem bewusstlosen Eich direkt ins Herz, weil die Täter befürchten, das Opfer könnte sie wiedererkennen und anzeigen. Beim zweiten Mal entfernen die Neonazis Fingerabdrücke und Blutspuren.

Erst Monate später vor Gericht wird der rechte Hintergrund der Tat geklärt: Einen »Assi klatschen« geben die Angeklagten als Motiv für den abscheulichen Mord an. Ein paar Stunden vor dem Mord hatten dieselben Täter bereits einen ...

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