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Plastinarium wird nach Umbau wiedereröffnet

Leichenpräparator Gunther von Hagens richtete in Guben eine Verkaufsabteilung ein

Guben (dpa). Das Plastinarium des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens in Guben (Spree-Neiße) wird heute als anatomisches Zentrum wiedereröffnet. In der Einrichtung, die 15 Monate für Gäste geschlossen war, soll den Besuchern künftig das Lernen und Lehren an echten Präparaten von Mensch und Tier ermöglicht werden. Dazu sei die ehemalige Präparationswerkstatt in eine Lernwerkstatt umgewandelt worden, sagte der 65-jährige von Hagens gestern bei der Vorstellung des neuen Konzeptes.

Nun könnten Ärzte, Medizinstudenten, Heilpraktiker und Krankenschwestern das Plastinarium als eine praxisnahe Ausbildungs- und Forschungsstätte nutzen. Für interessierte Laien werden Gruppenführungen angeboten, für die man sich vorher anmelden muss. Im Erdgeschoss des Backsteinkomplexes, in dem 220 Beschäftigte arbeiten, wird den Besuchern jetzt neben der Anatomieausstellung auch ein Überblick über die Geschichte der Konservierung von Leichen geboten. Der Schauraum wurde durch eine Verkaufsabteilung ergänzt. Seit Eröffnung des Plastinariums im November 2006 seien 30 Millionen Euro in den Umbau der alten Fabrik geflossen, hieß es. Mit der Wiedereröffnung beginnt der Verkauf von dünnen Silikon- und Scheibenplastinaten, so von Enten und menschlichen Schädeln. Einige der gehärteten Silikonscheiben liegen, mit Preisangaben versehen, in erhellten Vitrinen. Auf Metallständern stehen Ganzkörperscheiben, das Stück für mehrere tausend Euro. An den Schildern einiger Exponate zeigt ein roter Punkt an, dass hier Verkaufsbeschränkungen gelten. Das betrifft menschliche Silikon-Präparate sowie gehärtete Kunststoffpräparate von geschützten Tieren wie Elefanten oder Krokodilen.

»Wir verkaufen diese Präparate nur an qualifizierte Nutzer, also an Firmen, Museen oder Privatpersonen, die sie für Lehr- und Forschungszwecke nutzen«, sagte Vertriebsleiterin Angela Nelk. »Laien erhalten von uns nur Kopien von Scheibenplastinaten ohne Zellenmaterial«, betonte die Ärztin Angelina Whalley, Ehefrau des Gunther von Hagens und gemeinsam mit ihm Geschäftsführer der Gubener Plastinate GmbH.

Der ebenfalls für heute geplante Start des Online-Verkaufes von Plastinaten sei auf August verschoben worden, äußerte von Hagens. »Wir müssen dieses Verfahren gemeinsam mit einem Anwalt erst juristisch wasserdicht machen.« Für den Direktverkauf seien mehrere hundert Artikel im Angebot, neben Scheibenplastinaten auch Kunststoffgefäße von Herzen und Nieren sowie Foliendrucke und Körperglasscheiben von Mensch und Tier.

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