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Söderling beendet Federers Rekordserie

French Open: Erstmals seit 2004 erreicht der Schweizer kein Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier

  • Von Inga Radel, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Ratlos schlurfte Roger Federer nach seinem überraschenden Viertelfinalaus bei den French Open in den übervollen Presseraum, seine blaue Baseball-Mütze trug er tief ins Gesicht gezogen. Entnervt und entzaubert im Pariser Nieselregen vom schwedischen Weltranglisten-Siebten Robin Söderling beim 6:3, 3:6, 5:7, 4:6, droht dem Schweizer Branchenprimus jetzt auch noch die Ablösung an der Spitze der Weltrangliste durch Rafael Nadal.

»Als ich hier angekommen bin, dachte ich, mein Tennis sei gut genug, um meinen Titel zu verteidigen«, meinte Federer enttäuscht, »aber die Bedingungen und der Gegner haben es mir auch nicht erlaubt«. Es nieselte die ganze Zeit über, bei 5:5 im dritten Satz musste das Spiel für 75 Minuten unterbrochen werden.

»Federer am Boden«, titelte die französische Zeitung »L'Equipe« am Mittwoch, doch der große Triumphator des Vorjahres war nach seiner ersten Niederlage im 13. Duell gegen Söderling zumindest um Fassung bemüht. »Finalniederlagen sind schlimmer«, sagte der 28-Jährige, der den Skandinavier im Endspiel 2009 noch bezwungen und sich damit seinen großen Traum vom ersten French-Open-Sieg erfüllt hatte. Sollte der Spanier Rafael Nadal am Sonntag seinen fünften Titel in Paris holen, verpasst Federer nach 285 Wochen als Regent der Tenniswelt zudem die Chance, den Pete-Sampras-Rekord von 286 Wochen an der Weltspitze einzustellen.

Seine andere legendäre Serie ist mit der Niederlage gegen Söderling gerissen. In 23 Grand-Slam-Turnieren nacheinander hatte Federer seit 2004 immer mindestens das Halbfinale erreicht. »Darauf bin ich stolz, es ist wohl eines der bedeutendsten Dinge, die ich in meinem Geschichtsbuch stehen habe«, sagte der Schweizer , der auch die Bestmarke von 16 Erfolgen bei den vier Traditionsturnieren hält. Mit etwas Galgenhumor ergänzte er: »Nun starte ich wohl die Viertelfinalserie.«

Robin Söderling zeigte sich im Match unbeeindruckt von Federers vermeintlicher Übermacht und den Wetterkapriolen. Er überpowerte Federer mit seiner brachialen Vorhand und Aufschlägen um die 220 km/h. Für den 25-Jährigen, der nach 2:30 Stunden gleich den ersten Matchball verwandelte, war es die Bestätigung seines Achtelfinal-Sensationssieges im Vorjahr gegen den Sandplatzkönig Rafael Nadal: »Ich habe jetzt zwei Jahre nacheinander die Nummer eins der Welt auf dem Centre Court geschlagen. Beide Male habe ich großartig gespielt. Es ist ein tolles Gefühl.« Während Federer nun auf Rasenplätzen weiter spielt, geht es für Söderling im Halbfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych um den erneuten Finaleinzug.

Viertelfinale Frauen: Stosur (Australien) - S. Williams (USA) 6:2, 6:7, 8:6, Jankovic (Serbien) - Schwedowa (Kasachstan) 7:5, 6:4.

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