Das »scheue Reh« zieht sich aus Osteuropa zurück

Wiener Institut: Investitionen schrumpfen, das Kapital wandert ab

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

»Schwer getroffen« – so heißt es in der Überschrift einer Studie des »Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche« (WIIW), die jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Es geht darin um die Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen in den früheren sozialistischen Ländern Osteuropas.

Blick in die Warschauer Börse

Für bekennende Globalisierungsbefürworter müssen die Daten besorgniserregend sein. Investitionen sind überall stark rückläufig. Die vom WIIW zusammengetragene Statistik offenbart das ganze Ausmaß der Krise, die unübersehbar eine Strukturkrise kapitalistischer Akkumulation ist: Im Vergleich zu 2008 haben sich 2009 die ausländischen Direktinvestitionen in den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten mehr als halbiert, im Vergleich zum Jahr 2007 sind sie gar um 62 Prozent, also um fast zwei Drittel, zurückgegangen. Für die vier europäischen GUS-Länder stellt sich die Situation ähnlich dar: minus 46 Prozent bei Direktinvestitionen im Vorjahr.

Wie man seit Marx weiß, ist das Kapital ein »scheues Reh«. Aus »emerging markets« (»aufstrebenden Märkten«) sind absolute Krisengebiete geworden, in die sich nur mehr vergleichsweise wenige ausländische Investoren verirren. Die Gründe dafür liegen für Gabor Hunya, dem zuständigen Ökonomen des WIIW, im allgemein...


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