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Einstecken

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Ein Parlamentarischer Geschäftsführer muss nicht nur ausgleichen, sondern auch austeilen und einstecken. Christian Gaebler von der SPD-Fraktion kann wohl alles. Zum Ausgleich spielt er Fußball. Da muss man solches genauso können. Gaebler bewies aber besonders Nehmerqualitäten. Über eine Platzwunde am Kopf zieht er nun das Basecap oder kämmt die Haare drüber. Neben anderen Blessuren, erinnern sich Zeitgenossen, hatte er auch schon ein eindrucksvolles blaues Auge.

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Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum hat es leicht. Zumindest im Vergleich zu seinem Brandenburger Amtskollegen Helmuth Markov. Zwar muss Nußbaum einen größeren Schuldenberg verwalten als Markov, doch er kommt quasi in der Ebene von seinem Amtssitz in der Klosterstraße ins Abgeordnetenhaus. Markov muss den Potsdamer Brauhausberg erklimmen, wenn er vom Finanzministerium in den Landtag will. Da kommt Markov mit seiner schweren Aktentasche unweigerlich ins Schwitzen. Doch fahren lässt er sich nicht. Für die paar hundert Meter, das wäre nun wirklich Quatsch, findet er.

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Gestern wurden dem Regierenden Bürgermeister glatt zehn Regierungsjahre aberkannt: »Seit 2011 stehen sie an der Spitze der Senatsmannschaft«, wurde Klaus Wowereit zum Vortrag in der IHK von deren Chef Eric Schweitzer begrüßt. Da hatte sich natürlich eine 1 zu viel in die Jahreszahl geschmuggelt. Wie elegant Schweitzer dann den Bogen kriegte, gefiel Wowereit sichtbar: »Da sehen sie mal, wie weitsichtig wir sind.« 2011 wird bekanntlich ein neues Abgeordnetenhaus gewählt, und Wowereit möchte auch dem neuen Senat vorstehen.

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