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»Zelten kann er nicht«

Der frühere Augsburger Bischof Mixa bezog wieder seine Wohnung im Palais gegenüber dem Dom

Walter Mixa sorgt wieder für Aufsehen: Ungeachtet seines Rücktritts als Augsburger Bischof wohnt er wieder im Bischofspalais.

Augsburg (dpa/ND). Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa hat in seinem Bistum neuen Wirbel ausgelöst. Der 69-Jährige bezog am Samstagabend wieder seine Wohnung im Augsburger Bischofspalais. Bistumssprecherin Kathi Marie Ulrich bestätigte einen entsprechenden Bericht der »Augsburger Allgemeine«.

Mixas Augsburger Rechtsanwalt sagte dem Blatt, wie lange Mixa bleiben werde, sei dessen eigene Entscheidung: »Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht.« Bei Mixas Rückkehr in das Bischofspalais gegenüber dem Augsburger Dom handele es sich um eine Übergangslösung, betonte Kirchensprecherin Ulrich. »Wo er seinen zukünftigen Wohnsitz nehmen wird, wird zeitnah geklärt.«

In Augsburger Kirchenkreisen wurde Mixas Rückkehr als Akt der Anmaßung empfunden, wie ein hochrangiger Bistumsvertreter der Zeitung sagte. Als emeritierter Bischof habe Mixa kein Hausrecht mehr und müsse sich die Erlaubnis des Diözesanadministrators Weihbischof Josef Grünwald einholen. Es sei unklar, ob dies bereits erfolgt sei. Die Reformbewegung »Wir sind Kirche« äußerte Unverständnis über Mixas Rückkehr in das Bischofspalais. Damit lasse Mixa erneut Fingerspitzengefühl vermissen, sagte Sprecher Christian Weisner.   

Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Amtsentpflichtung gebeten, die offiziell am 8. Mai angenommen wurde. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter. Das Bistum wies Berichte zurück, Mixa sei das Opfer einer kircheninternen Intrige geworden und äußerte sich erstmals zu den näheren Umständen des Rücktritts. Weihbischof Anton Losinger berichtete in der »Augsburger Allgemeinen« erstmals über den Ablauf des Rücktritts: Die Mitglieder der Bistumsleitung hätten Mixa am 21. April mit dem massiven Vertrauensverlust in der Diözese konfrontiert, mit dem enormen Anstieg der Kirchenaustritte und damit, dass selbst standfeste Stadtpfarrer in ihren Sonntagspredigten Mixa Lügen vorgeworfen hatten. Der Bischof habe daraufhin gesagt: »Wenn das so ist, müsste ich ja zurücktreten«, zitierte Losinger den Bischof. »Und niemand hat ihm davon abgeraten.«

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