Explosives Gemisch

  • Von Christoph Bartholomäus
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Durch unsägliche Gewaltexzesse ist Kirgistan in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten. Bevor ich im Mai 2006 in Osch landete, Kirgistans heimlicher zweiter Hauptstadt, offenbarte sich mir aus der Vogelperspektive zu Füßen ansteigender Gebirgsmassive eine von Menschenhand kultivierte Landschaft. Für viele Einwohner des Nordens ist dieser Teil des Landes jedoch ein weißer Fleck. Sie hegen Aversionen sowohl gegen die hier lebenden Kirgisen als auch gegen die usbekische Minderheit. Überlieferte Stereotype vom »schlauen Usbeken« und vom »arglosen Kirgisen« mögen harmlos klingen, doch die Vorbehalte nehmen in der derzeitigen Situation existenziell bedrohliche Züge an.

Mit Kirgistan verband sich nach dem Zusammenbruch der UdSSR die Hoffnung auf eine beispielhafte demokratische Entwicklung. Lange hielt sich sogar die Vision von einer »Schweiz Asiens«. Askar Akajew, der erste Präsident des Landes, wollte einen a...


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