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Das Ende kritischer Wissenschaft

Geheimdienst finanziert Extremismustheorien

  • Von Jan Korte
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Herbert Marcuse stellte sich 1943 dem US-Geheimdienst zur Verfügung, um zum Niederringen des NS-Faschismus beizutragen. »Das kritische Wissenschaftsverständnis (...) blieb davon erkennbar unberührt.« Mit dieser Erkenntnis beginnt der kritische Rückblick auf die Geschichte des Verfassungsschutzes (VS) in der Studie von Markus Mohr und Hartmut Rübner.

Der Titel »Gegnerbestimmung. Sozialwissenschaft im Dienst der ›inneren Sicherheit‹« macht das Anliegen der Autoren deutlich: Wie kann es sein, dass eine eigentlich kritische Wissenschaft zusammen mit dem Verfassungsschutz an der Verbreitung des »Extremismusansatzes«, der aktuellen Form der Totalitarismustheorie, beteiligt ist?

Um die Frage zu beantworten, geben Mohr und Rübner im ersten Teil dieses geheimdienstkritischen Bandes einen guten Überblick über die Geschichte des Verfassungsschutzes. Nach der Aufnahme vieler ehemaliger NS-Täter widmete sich der Dienst der Bekämpfung der »kommunistischen Gefahr«. Hierfür gab es reichlich Spezialisten, die 1945 gezwungenermaßen ihre Arbeit unterbrechen mussten. Zu Recht fragen die Autoren nach der Rolle, die der Dienst bei der Verhinderung der Ergreifung von NS-Tätern gespielt hat. Dieser historische Rückblick erklärt, warum der VS sich mit solchem Engagement der Totalitarismusthe...


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