Harald Lachmann, Braunschweig 03.07.2010 / Wochennd

Was der Westen vom Autobau Ost lernte

1984 begann eine ungewöhnliche Ost-West-Kooperation in der Automobilbranche: Die DDR produzierte für den Wolfsburger VW-Konzern Motoren und erhielt im Gegenzug westliches Know-how. Ausgetüftelt haben das zwei Ingenieure aus Wolfsburg und Karl-Marx-Stadt

Im Industriemuseum Chemnitz kann man noch ein Modell des Trabant P 603 bewundern – des ersten dreitürigen Vollheckfahrzeugs Europas, entwickelt 1966. aber nie in Serie produziert.

Die beiden Herren begrüßen sich herzlich wie alte Bekannte. Im Grunde sind sie das auch, selbst wenn sie sich zuvor fast zwei Jahrzehnte nicht mehr sahen. Sie treffen sich in Ulrich Seifferts Büro in Braunschweig, wo er heute eine Entwicklungsfirma leitet, und sofort beginnt das Plaudern über alte Zeiten. Denn einst hatten sie viel miteinander zu tun. »Es begann 1984, als das Engagement von Volkswagen in der DDR einsetzte«, erinnert sich Professor Seiffert. »Wir bereiteten den Bau eines Motorenwerkes in Karl-Marx-Stadt vor.« Der 69-Jährige war damals Vorstand für Forschung und Entwicklung in Wolfsburg und hatte, wie er schmunzelnd erzählt, »zwei absolute Ostfanatiker« im Konzern: Vorstandschef Carl H. Hahn, der selbst aus Chemnitz stammte, sowie VW-Einkaufschef Horst Münzner. Die treibende Kraft sei Münzner gewesen, verrät er: »Er wollte in der DDR einkaufen und die wiederum brauchte auch westliches Know-how für eigene Autos. So kam ihm die Idee mit dem Kompensationsgeschäft.« Sprich: Die DDR zahlte mit Motoren, die sie für VW produzierte.

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