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Keramik, Kunst und Köstlichkeiten

An Halberstadts Dom findet am Wochenende eines der interessantesten Töpfertreffen Deutschlands statt

  • Von Uwe Kraus, Halberstadt
  • Lesedauer: 2 Min.
Über 40 Töpfermeister präsentieren ab heute ihre Ton-Kunst auf dem Halberstädter Domplatz. Doch der zweitägige Keramikmarkt ist ein Kulturereignis mit vielen Facetten.

Ein großer Wunsch hätte für Karsten Zinner in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) in Erfüllung gehen können. Der bekannte Extremsportler, der 2009 aus der Kuppel des Leipziger Hauptbahnhofes auf den Querbahnsteig den bisher tiefsten Indoor-Sprung – vom Absprung bis Landung waren es knapp 4 Sekunden und 24,80 Meter – absolvierte, wollte eigentlich vom Dom St. Stephanus herabspringen. Nun aber wird er das 2. Fest »Ton am Dom«, das heute und morgen stattfindet, mit einem 60-Meter-Sprung von einer Krangondel eröffnen und den Zuschauern auf dem Domplatz ein Gänsehaut-Gefühl vermitteln.

Auf dem Domplatz wird es an diesem Wochenende zwischen gotischem Dom und romanischer Liebfrauenkirche Keramik, Kunst und Köstlichkeiten geben. Dass es nicht Domplatzfest, sondern Ton am Dom heißt, verdankt die Stadt den kreativen Geistern der Ideen:Gut GbR, die diesen Titel erfanden. Über 40 Töpfer aus ganz Deutschland und Ungarn haben ihr Kommen avisiert. Dem Ton auf der Töpferscheibe und den musikalischen Tönen im Dom St. Stephanus wird das Schauspielensemble des Nordharzer Städtebundtheaters bei »Gretchen 89 ff.« im Kreuzgang seine Akzente hinzufügen.

Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (LINKE) betonte, dass »Ton am Dom« das gemeinsame Engagement vieler für ihren Heimat- oder Arbeitsort dokumentiere. Der Dom soll zu einer »klingenden Kathedrale« werden, so Claudia Becker von der Domschatzverwaltung. Das Abschlusskonzert trägt den Titel »Geräuschvolle Stille – Geordneter Klang« und findet im Rahmen des Symposiums der Andreas-Werckmeister-Stiftung im Dom statt. Alle vier Museen rund um den historischen Platz, der von der Stadtverwaltung gern als »gute Stube der Stadt« bezeichnet wird, bieten Führungen und Mitmachaktionen an. Erstmals wird das Lebendschach-Ensemble aus dem neuen Halberstädter Ortsteil Ströbeck auf dem Domplatz zu erleben sein.

Nachdem 2009 insgesamt etwa 10 000 Freunde des Tons auf den Töpferscheiben und der musikalischen Töne kamen, rechnen die Veranstalter dieses Jahr mit täglich bis zu 6500 Gästen. »Das gemeinschaftliche Engagement zeigt, dass auch trotz schwieriger Haushaltssituation Wege gefunden werden, die kulturelle Vielfalt unserer Stadt zu erhalten«, sagt Halberstadts Oberbürgermeister Henke.

www.ton-am-dom.de

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