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Schüler »eingeschweißt« in ICE-Hitzezug

Anhaltend hohe Temperaturen führen zu Problemen im Reiseverkehr und in der Landwirtschaft

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Weite Teile Europas ächzen unter der Hitze. Am Wochenende kletterten die Temperaturen in Deutschland an die 40-Grad-Marke. Ozon-Werte und Waldbrandgefahr steigen.

Berlin (ND/Agenturen). Die Hitze hält an. Vor allem im Osten Deutschlands kletterten die Temperaturen auf Rekordmarken. Berlin erlebte am Sonntag den heißesten Tag des Jahres. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurde am späteren Nachmittag in Buch die Spitzentemperatur von 37,4 Grad gemessen.

Die ungewöhnlichen Temperaturen bereiten auch der Bahn Schwierigkeiten. Klimaanlagen in ICE fielen aus. Daher mussten mehrere Züge aus dem Verkehr genommen werden. In Nordrhein-Westfalen kollabierten am Samstag Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Der Zug wurde in Bielefeld gestoppt. Die Feuerwehr bestätigte, dass 27 Schüler von Rettungskräften behandelt und neun davon in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. In ihrem ICE entstanden Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius. Eine Mutter habe in ihrer Verzweiflung versucht, während der Fahrt mit dem Nothammer eine Scheibe im Zug einzuschlagen, damit ihr kurz vor einem Kollaps stehender Sohn Luft bekam.

Viele, die sich am Vormittag an der Ostsee etwas abkühlen wollten, hatten Pech – Autofahrer schwitzten auf der A 1 in Richtung Lübeck zwischen dem Kreuz Hamburg-Ost und Bad Oldesloe in einem 25 Kilometer langen Stau. Am Samstag standen auf dem Zubringer nach Rügen die Autos bereits drei Kilometer vor der Rügenbrücke und weitere 14 Kilometer auf der Insel.

Die hohen Temperaturen lassen auch die Ozonwerte deutlich steigen. An vielen Orten wurde die kritische Marke von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft deutlich überschritten. Mediziner und Umweltbeauftragte warnen empfindliche Menschen vor körperlicher Anstrengung. In Sachsen-Anhalt gilt für sieben kreisfreie Städte und Landkreise die höchste Waldbrandwarnstufe 4. In Sachsen rief der Sachsenforst für den Norden des Freistaates die höchste Waldbrandwarnstufe 4 aus. Auch im Thüringer Wald ist die Brandgefahr hoch.

An diesem Wochenende begann vielerorts die Getreideernte. Landwirte sind besorgt um ihre Erträge. Betroffen seien vor allem Gebiete mit sandigen Böden in Ost- und Norddeutschland. Besonders der Winterweizen leidet unter der Trockenheit seit Anfang Juni und der Hitze der vergangenen 14 Tage. Zudem ist das Korn aufgrund der schnellen Reifezeit kleiner als üblich.

Die Hitze führt offenbar auch zu Aggressionen. So musste die Polizei in Berlin ein Freibad räumen, nachdem Streitereien eskalierten und Schlägereien drohten.

Auch Großbritannien hat unter den Folgen der extremen Temperatur zu leiden. Wie die britische Gesundheitsbehörde mitteilte, gab es bereits in den vergangenen zwei Wochen »hunderte« Todesfälle mehr als üblich. Der Süden Spaniens schwitzte am Wochenende unter Temperaturen von teilweise 39 Grad Celsius. Frankreichs Regierung fordert ältere und kranke Menschen auf, die Hitze zu meiden. In der Schweiz wurden die höchsten Juliwerte seit 2006 gemessen. Am Samstagabend sind teils heftige Gewitter und Sturmböen über verschiedene Regionen hinweggezogen. Bäume knickten um, Feuerwehren mussten überflutete Keller auspumpen. In Luzern hat man rund 3900 Blitze registriert, in Zürich zählten die Meteorologen 900 Blitze bei einer Regenmenge von 60 Millimetern pro Quadratmeter.

Im südlichen Niederösterreich, am Fuße des Schneebergs, wütet seit Sonntag ein Waldbrand. Die Flammen breiteten sich rasch aus. Hubschrauber des Bundesheeres wurden zum Löschen angefordert.

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