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Andy Schleck übernimmt Gelb

Casar holt Tagessieg auf neunter Etappe

  • Von Andreas Zellmer und Benjamin Haller, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Sie spielten Katz und Maus mit der Konkurrenz und degradierten Lance Armstrong und Weltmeister Cadel Evans zu geschlagenen Statisten: Die 97. Tour de France hat sich auf das Duell Andy Schleck (Luxemburg) gegen Alberto Contador (Spanien) reduziert. Auf der letzten große Alpenetappe dominierten die zwei Kletterspezialisten das Fahrerfeld und sorgten am Dienstag für ein weiteres Favoritensterben. Diesmal erwischte es den Australier Evans, der einbrach und sein Gelbes Trikot an Schleck verlor. Der Luxemburger führt jetzt mit 41 Sekunden vor Vorjahressieger Contador das Gesamtklassement an.

Den Tagessieg auf der verrückten neunten Etappe sicherte sich nach 204,5 Kilometern der Franzose Sandy Casar – einen Tag vor dem Nationalfeiertag. Er war von einer zwölfköpfigen Ausreißergruppe übrig geblieben und siegte vor Luis-Leon Sanchez aus Spanien. »Ich habe die letzten 30 Kilometer an nichts anderes mehr gedacht als an die Ziellinie«, meinte der glückliche Tagessieger. »Ich bin dann einfach Vollgas gefahren und habe den Sprint komplett durchgezogen.«

Vor zwei Tagen hatte die Tour die Götterdämmerung des Rekordsiegers Lance Armstrong erlebt. Der einstige Dominator ist inzwischen zum blassen Mitläufer geworden. In diese Kategorie gehört jetzt auch Evans, in dessen Gesicht sich vor der abschließenden Abfahrt über 32 Kilometer Wut und Verzweiflung spiegelten. Vor zwei Tagen hatte der 33-Jährige noch von seiner »bisher besten Tour« geschwärmt, am Dienstag verlor Evans auf den Tagessieger über acht Minuten und war im Ziel in Tränen aufgelöst.

Der große Schlagabtausch zwischen den Topfahrern aus Spanien und Luxemburg spielte sich auf dem grausamen Col de la Madeleine ab, dem letzten von fünf Anstiegen. Auf der 25 Kilometer langen Klettertortur zündeten Schleck und Contador auf der Verfolgung einer Spitzengruppe ein Feuerwerk, an dem sich fast alle die Finger verbrannten. Auch Armstrong musste 48 Stunden nach seinem Debakel von Morzine wieder erkennen, dass er nicht mehr zur ersten Wahl gehört und verlor wie Evans und Ivan Basso (Italien) weiter an Boden.

Auf der Abfahrt vom Startort Morzine hatte sich eine 12-köpfige Spitzengruppe gebildet. In ihr fuhren auch die deutschen Profis Jens Voigt von Saxo Bank und Johannes Fröhlinger vom Milram-Team.

Ergebnis 9. Etappe (204,5 km), Morzine-Avoriaz nach St. Jean de Maurienne: 1. Casar (Frankreich) 5:38,10 h, 2. Sanchez (Spanien), 3. Cunego (Italien) beide gleiche Zeit.

Gesamtwertung: 1. Schleck (Luxemburg) 43:35,41 h, 2. Contador (Spanien) +0:41 min, 3. Sanchez (Spanien) +2:45.

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