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Kritik an Sachsens Heimen

Wohnungen für Asylbewerber gefordert

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Chemnitz/Dresden (epd/ND). Der Vorsitzende des sächsischen Flüchtlingsrates, Ali Moradi, hat Zustand und Qualität von Asylbewerberheimen im Freistaat kritisiert. Ein Jahr nach der aufsehenerregenden Kirchenbesetzung durch vier Flüchtlingsfamilien in der Kleinstadt Grimma habe sich an der Situation der Betroffenen nicht viel geändert, sagte Moradi. Erneut forderte er die Unterbringung von Asylbewerbern in eigenen Wohnungen.

Vor einem Jahr hatten die Familien aus Libanon, Palästina, Syrien und Afghanistan die Frauenkirche besetzt, um damit auf schlechte Zustände im Asylbewerberheim im benachbarten Nerchau aufmerksam zu machen. Vor allem die jahrelange Unterbringung mehrköpfiger Familien in einem einzigen Zimmer und die nicht nach Geschlechtern getrennten Duschen lösten damals den Protest der Betroffenen aus.

Zwei Familien hatten nach Angaben Moradis Erfolg und wohnen inzwischen in eigenen Wohnungen. Die anderen seien in andere Heime geschickt worden. Der Vorsitzende des Dachverbands für Flüchtlingsinitiativen in ganz Sachsen bezeichnete die jahrelange Unterbringung in Heimen als »menschenunwürdig«. Noch immer sperrten sich aber die Landkreise auch angesichts sinkender Asylbewerberzahlen dagegen, die Unterbringung neu zu strukturieren.

Das Innenministerium des Freistaates verweist auf Anfrage auf das Asylverfahrensgesetz, in dem festgelegt sei, dass Flüchtlinge in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden sollen. Eine eigene Wohnung zu beziehen sei demnach nur möglich, wenn gesundheitliche oder humanitäre Gründe gegen den Heimaufenthalt sprechen würden.

Der Sprecher des Ministeriums betont aber, dass »nur sehr wenige Familien« in Sachsen noch in Heimen wohnen würden. Nach seinen Angaben sind in den 36 Gemeinschaftsunterkünften aktuell etwa 3000 Flüchtlinge untergebracht. 1000 weitere hätten eigene Wohnungen bezogen.

Kurz vor der Kirchenbesetzung vor einem Jahr seien außerdem Mindeststandards hinsichtlich Größe, Art und Ausstattung der Heimunterkünfte vom Ministerium festgelegt worden, die die Situation von Flüchtlingen verbessern sollten. Nach Angaben des Sprechers erfüllten alle Heime in Sachsen diese Kriterien. Keines habe nach der neuen Vorschrift schließen müssen. Ali Moradi hingegen kritisiert nach wie vor bauliche Mängel. »Wir haben keine Verbesserung gespürt«, sagt er.

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