Der Aufstand der Locken

Emel Zeynelabidin hat sich als Muslima von ihrem Vater emanzipiert, der die deutsche Sektion von Milli Görüs gründete

  • Von Thomas Klatt
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.
Muslima ohne Kopftuch: Emel Zeynelabidin

Es könnte eine dieser Schwarz-Weiß- oder Gut-Böse-Geschichten sein, die sich in den Medien leicht verkaufen lassen: Die Tochter eines bekannten türkischen Islamisten sagt sich als Erwachsene von ihrer Religion los, legt öffentlich das Kopftuch ab und bekennt sich demonstrativ zu den westlich-demokratischen Werten. Doch so einfach ist das mit Emel Zeynelabidin nicht. Die 49-Jährige ist bis heute bekennende Muslima – und liebt 14 Jahre nach seinem Tod ihren Vater immer noch.

Yusuf Zeynelabidin war noch Medizinstudent, als seine erste Tochter 1960 in Istanbul geboren wurde. Er nannte sie Emel – das heißt übersetzt Wunsch, Hoffnung. Vier Jahre später wurde die zweite Tochter in Hannover geboren. Sie zogen nach Nordrhein-Westfalen, der Vater wurde Chirurg, und er wurde politisiert. Er gründete Mitte der 1970er Jahre die deutsche Sektion von Milli Görüs (zu deutsch: Nationale Sicht), einer aus der Türkei stammenden islamischen Or...


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