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Verzicht auf Olympia gefordert

Münchener LINKE dringt auf Beschluss der Stadtratsvollversammlung

  • Von Rolf-Henning Hintze, München
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die geplante Bewerbung Münchens für die Winterolympiade 2018 gerät immer mehr in die Kritik. Nun muss sich der Stadtrat erneut mit dem Thema befassen.

Mit einem Dringlichkeitsantrag versuchen die drei Münchner Stadträte der LINKEN, die Bewerbung der Stadt für die Ausrichtung der olympischen Winterspiele 2018 zu verhindern. Noch vor der Sommerpause soll die Vollversammlung des Stadtrats in der kommenden Woche beschließen, »die Bewerbung für die Winterolympiade 2018 umgehend zurückzuziehen«.

Die LINKE begründet ihren Schritt in dem Antrag vor allem mit der Erhöhung des Bewerbungsbudgets für die Spiele. Stadträtin Dagmar Henn erklärte gegenüber ND, natürlich seien der Partei auch die ökologischen Aspekte, die auch in einem breiten Widerstand der Bevölkerung in Oberammergau zum Ausdruck kämen, nicht gleichgültig. In Oberammergau sollen die Biathlon- und Langlaufwettbewerbe stattfinden.

Der Widerstand gegen die Ausrichtung der Spiele nimmt inzwischen in München und auch in der Landtagsfraktion der Grünen zu. Eine kuriose Situation gibt es dadurch, dass der Stadtverband der Grünen in München gegen die Bewerbung ist, während sich die grüne Stadtratsfraktion im Koalitionsvertrag mit der SPD auf die Bewerbung festgelegt hat.

Deutliche Vorbehalte gibt es aber auch in der Landtagsfraktion der Grünen. Deren klima- und energiepolitischer Sprecher Ludwig Hartmann erklärte vor einigen Tagen: »Es dürfen keine weiteren öffentlichen Darlehen oder öffentlichen Gelder in die Bewerbung fließen.« Eine verbreitete Olympia-Begeisterung gebe es in den betroffenen Regionen nicht, »dafür fehlende Gelder und fehlende Nachhaltigkeit.« Nun sollten die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bereits in der Frühphase der Bewerbungen für Fehlbeträge in Millionenhöhe aufkommen. Das sei, gerade in Zeiten, wo überall nach Einsparmöglichkeiten gesucht werde, nicht hinnehmbar. Hartmann hält es für an der Zeit, »endlich aufzuwachen und einen Schlussstrich zu ziehen für Olympia 2018«.

Der Bund Naturschutz in Bayern und die Gesellschaft für ökologische Forschung bieten mit der Webseite www.nolympia.de seit einiger Zeit fundierte Argumente gegen die Winterspiele in dieser Region an. Die linke Bundestagsabgeordnete Eva-Bulling-Schröter und der oberbayerische Bezirksrat Klaus Weber haben dazu aufgerufen, eine Unterschriftenaktion gegen die Bewerbung zu unterstützen (www.nolympia2018.ludwighartmann.de/unterstuetzen/).

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