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Hiroshima und Nagasaki – ein beispielloses Verbrechen

Vor 65 Jahren warfen US-Piloten auf Befehl von Präsident Truman zwei Atombomben ab. Zum Gedenken an Hunderttausende Opfer schickt Präsident Obama jetzt erstmals einen Botschafter. Die Friedensbewegung fordert nukleare Abrüstung. Und eine Überlebende erzählt ihre Geschichte. Seiten 2, 3 und 15
Vor 65 Jahren warfen US-Piloten auf Befehl von Präsident Truman zwei Atombomben ab. Zum Gedenken an Hunderttausende Opfer schickt Präsident Obama jetzt erstmals einen Botschafter. Die Friedensbewegung fordert nukleare Abrüstung. Und eine Überlebende erzählt ihre Geschichte. Seiten 2, 3 und 15

Tokio/Berlin (Agenturen/ND). UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zum 65. Jahrestag der Atombombenangriffe auf Hiroshima (Foto: dpa) und Nagasaki eine totale atomare Abrüstung gefordert. Nur mit der Abschaffung der Kernwaffen könne man dafür sorgen, dass sie nie wieder eingesetzt würden, sagte Ban am Donnerstag in der japanischen Stadt Nagasaki bei einem Treffen mit Überlebenden des Atombombenabwurfs.

Die USA hatten am 6. August 1945 eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen. Drei Tage später folgte eine Atombombe auf Nagasaki. Als erster UNO-Generalsekretär nimmt Ban an diesem Freitag in Hiroshima am Gedenken teil. Erstmals ist auch ein US-Botschafter anwesend.

Auch der Weltkirchenrat verlangte die Abschaffung aller atomaren Waffen. Regierungen und Zivilgesellschaft müssten die Unverletzlichkeit und Heiligkeit des Lebens mit aller Entschlossenheit schützen, erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, am Donnerstag in Genf. Das Gebot zum Schutz des Lebens finde sich bereits in der Bibel. Atombomben würden auch 65 Jahre nach ihrem ersten Einsatz die Menschheit bedrohen und einen dauerhaften Frieden gefährden, sagte Tveit. Als weitere Altlast sei die Welt seit 1945 zudem in zwei Lager geteilt: »In eine Handvoll Staaten, die auf dem Recht bestehen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, und in die Mehrheit der Staaten, die darauf verzichten«, so der norwegische Theologe.

Die internationale Ärzteorganisation gegen den Atomkrieg (IPPNW) appellierte an die deutsche Bundesregierung, sich für eine Nuklearwaffenkonvention einzusetzen, die die vollständige weltweite Abrüstung von Kernwaffen festschreibt.

Die LINKE rief dazu auf, den verbalen Bekenntnissen nun endlich Taten folgen zu lassen. Zur atomaren Abrüstung gebe es keine Alternative. Parteichefin Gesine Lötzsch erklärte: »Wir sagen ganz deutlich: Wer auf Atomwaffen setzt, macht die Welt unsicherer und riskiert unsere Zukunft.«

Als Folge der Atomangriffe 1945 waren Hunderttausende sofort getötet worden oder später an den Folgen der Verstrahlung gestorben. Bei der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag im Mai 2010 bekannten sich alle Teilnehmerstaaten grundsätzlich zur Abschaffung von Atomwaffen.

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