Ein Japaner rettet die Seidenweberei der Khmer

Kikuo Morimoto erweckt ein jahrhundertealtes Handwerk in Kambodscha zu neuem Leben

  • Von Robert Luchs, Phnom Penh
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In der Herrschaftszeit Pol Pots zwischen 1975 und 1979 kamen nicht nur fast zwei Millionen Kambodschaner ums Leben. Nicht nur Pagoden und Tempel wurden zerstört, auch jahrhundertealte Traditionen des Khmer-Volkes drohten ausgelöscht zu werden.

In der Werkstatt am Rande Siem Reaps
Zum Retter der kambodschanischen Seidenweberei wurde der 60-jährige Japaner Kikuo Morimoto, der 1994 erstmals das südostasiatische Land besuchte und seiner Faszination erlag. Als Morimoto, der in seiner Heimat Kyoto als Kimono-Maler begonnen und sich schon früh prächtigen Farben und Formen verschrieben hatte, erstmals im benachbarten Thailand einen alten, kunstvoll gearbeiteten Seidenschal in den Händen hielt, über dessen Herkunft niemand Auskunft geben konnte, begab er sich auf die Suche.

Es dauerte über ein Jahr, bis der hartnäckige Japaner in einem Flüchtlingslager an der thailändische Grenze fündig wurde. Es war wohl mehr ein Zufall, dass Morimoto unter zehntausenden Kambodschanern eine alte Frau traf, die noch mit der alten Ikat-Weberei vertraut war.

Bei dieser Art der Webkunst wird der dünne Seidenfaden auf einen Rahmen in der Größe des späteren Stoffes gespannt und vor jedem Farbbad nach einem bestimmten Muster abgebunden. Dadur...

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