Die goldenen Sprünge der Ingrid Krämer

Bei Olympia 1960 in Rom überraschte eine 17-Jährige aus Dresden die »Unbesiegbaren« aus den USA

  • Von Rupert Kaiser
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Als sich der Mannschaftsleiter des USA-Olympiateams bei einem Landsmann beiläufig erkundigt, ob denn seine Mädchen nach dem Vorkampf der Kunstspringerinnen wie allgemein erwartet in Front lägen, erntet er heftiges Kopfschütteln. Der Teamchef bohrt weiter: »Etwa Krutowa, die Russin?« Wieder verneint der Landsmann und wird konkret: »A German girl, named Kramer or so – a nobody«. Die kleine Blonde sei nicht schlecht und springe sehr sicher, aber eben »a nobody« – ein Niemand.

In der Tat gehört die siebzehn Jahre alte Dresdnerin Ingrid Krämer in diesen Augusttagen 1960 nicht zu den Favoriten in Rom. Diese Bürde trägt die Kalifornierin Paula Pope, sechs Jahre älter und bereits 1952 und 1956 Medaillengewinnerin. Und immerhin vertritt sie eine Sportnation, die im Kunstspringen der Damen als schlechthin unbesiegbar gilt – seit der Olympiapremiere 1920 in Antwerpen haben die US-Girls nur zwei der insgesamt 24 Medaillen in dies...


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