Avantgarde des Selbstverzichts

  • Von Hans Janosch
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Die Partei DIE LINKE hat mit der Debatte um ihr Grundsatzprogramm begonnen, das sie im Herbst 2011 beschließen will. Einen ersten Höhepunkt soll die Diskussion im November dieses Jahres mit einem Programmkonvent erreichen. Neues Deutschland begleitet die Debatte – in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung – mit einer Artikelserie. Heute: Hans Janosch, Mitglied des Kreisvorstandes der Partei DIE LINKE in Aachen und ver.di-Vertrauensmann in der Kommunikationsbranche, thematisiert die Frage demokratischer Repräsentanz.

Kritische Reflexion ist unabdingbar und hat wenig mit einem Hang zur Selbstmarterung zu tun. Seit ehedem besteht in unseren Reihen das Ideal einer Gesellschaft von Gleichen unter Gleichen. Die diesem Ideal folgenden Ansätze politischen Handelns haben in der Vergangenheit, gerade im Rahmen der großflächigen Sozialismusversuche, zu kaum beherrschbaren gesellschaftlichen Verwerfungen geführt. Wie gleich können die Menschen innerhalb der Gesellschaft sein?

Man mag umgangssprachlich durchaus von Gleichen unter Gleichen sprechen und sich in der Bemühung dieses Ideals gefallen. Aber darauf hinwirkende Ansätze gesellschaftlicher Umgestaltung waren bislang zum Scheitern verurteilt. Die Annahme, Menschen seien in ihren kulturellen Äußerungen maßgeblich von den herrschenden Eigentumsverhältnissen geprägt, mag in vielerlei Hinsicht sowohl den aktuellen als auch den historischen Beobachtungen entsprechen. Allerdings ist es ein Fehler anzunehmen, di...


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