Spielverderber mit gesundem Zweifel

Buch entlarvt Intrigen von Politik und Industrie gegen den Pharmakritiker Peter Sawicki

  • Von Silvia Ottow
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Dafür, dass der Mann sich mit den meisten Akteuren im Gesundheitsbetrieb anlegte, hat er sich erstaunlich lange im Amt gehalten: Peter Sawicki hat in dieser Woche seinen Chefposten im Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) auf Druck verschiedener Lobbyisten räumen müssen. Heute erscheint das Buch einer Fachjournalistin, das die Hintergründe beleuchtet.

Cornelia Yzer, Ex-Staatssekretärin, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller und Cheflobbyistin der Pharmaindustrie, hatte von Anfang an Probleme mit Peter Sawicki. Sie wird mit den Worten zitiert, er sei ein Hardliner, mit dem man nicht kooperieren könne. Fotos: dpa/IQWIG

Was ist das IQWIG? Die Frage würde vermutlich so manchen Mitspieler von »Wer wird Millionär« zum Aufgeben bewegen – dabei ist dieses Institut mit dem komplizierten Namen eine ganz und gar patientenfreundliche Einrichtung und kranken Menschen besonders ans Herz zu legen. 2004 gegründet, hat es die Aufgabe, Medikamente und Therapien auf ihre Wirksamkeit und ihren Nutzen zu untersuchen. Man könnte meinen, dieses täten hierzulande schon Hersteller, Krankenkassen und Zulassungsbehörden – aber weit gefehlt.

IQWIG-Chef Peter Sawicki verlor vor einigen Tagen seinen Job, man könnte auch sagen, er wurde abgesägt. Als er seine Arbeit antritt, ist es sein erklärtes Ziel, die evidenzbasierte Medizin zu etablieren, das heißt Methoden und Arzneimittel auf ihren wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzen zu überpüfen. Die Hersteller empfinden dies als Bedrohung, Krankenhäuser spitzen die Ohren. Auch die Wirtschaftsminister der Länder – u...


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