Ein Inferno und eine Idylle

Von Martin Walser noch einmal zu Wulf Kirsten: »Die Schlacht bei Kesselsdorf« und »Kleewunsch« (1984)

  • Von Horst Nalewski
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

WIEDERGELESEN. Was stößt einen dazu an? Man geht seine Bücherreihen entlang, stutzt und sagt sich: Das hatte mir einst großen Eindruck gemacht ... Im Freundeskreis spricht jemand von einer zweiten Begegnung und ihrem Gewinn, weil man ja älter geworden ist ... Ich entdecke in diesem Moment einen Text von Martin Walser, »Über Deutschland reden« (30. Oktober 1988), glaube seinerzeit einzig vom Erstaunen, Kopfschütteln, von entschiedenen Gegenmeinungen, vor allem der Medien, gehört zu haben über einen Schriftsteller, der seine Vorstellungen von deutscher Nation, von einem ungeteilten Deutschland der Zukunft nicht aufgeben wollte. Der Text selbst war mir damals nicht zugänglich.

Martin Walser macht es sich, weiß Gott, nicht leicht, angesichts jüngster deutscher Vergangenheit alles Wider, alles Für seiner Vorstellung zu bedenken. Doch möchte er sich am Ende auf etwas »Unabweisbares« zurückziehen dürfen: Er nennt es »Geschichtsgefühl«. Nicht ...


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