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»Kleine Maßnahmen helfen nicht«

Mojib Latif über Klimawandel, träge Politiker, falsche Vorhersagen Atomenergie und seinen Glauben an die Menschheit

Deutschlands bekanntester Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif wurde 1954 als Sohn eines Pakistan-stämmigen Imam in Hamburg geboren. Nach dem Studium promovierte (1987) und habilitatierte (1989) er innerhalb von zwei Jahren in Ozeanographie. Heute arbeitet der verheiratete Familienvater am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel. Mit ihm sprach Alexander Kuffner.

ND: Herr Latif, vor zwei Jahren haben Sie vorausberechnet, die Klimaerwärmung werde in den nächsten zehn Jahren eine Pause einlegen. 2010 hatten wir das heißeste erste Halbjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wie geht das zusammen?
Latif: Da muss man erst einmal abwarten. Meine Kollegen und ich haben diese Vorhersage für den Temperatur-Mittelwert der Jahre von 2006 bis 2015 gewagt. Also wird sich erst 2015 zeigen, ob der Mittelwert der vergangenen zehn Jahre wärmer war als der von 1996 bis 2005 oder nicht. Ganz davon abgesehen bedeutet unsere Vorhersage ja auch nicht, dass der Klimawandel nicht mehr existiert. Eine natürliche Schwankung maskiert ihn lediglich ein wenig, wir befinden uns aber immer noch auf hohem Niveau. Man darf nicht glauben, dass es von Jahr zu Jahr immer wärmer wird. Den Wandel kann man nur an langen Zeitperioden klar ablesen. Kurzfristige Schwankungen nach unten oder nach oben sind ganz normal.

Nicht alle Pro...



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