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SPD-Urgestein

Klaus von Dohnanyi nimmt Noch-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin in Schutz

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.

Er ist seit 1957 Mitglied der SPD, wurde 1979 zum Landesvorsitzenden in Rheinland-Pfalz und zwei Jahre später zum Ersten Bürgermeister Hamburgs gewählt. Jetzt schaltet sich Klaus von Dohnanyi in die Debatte um die Thesen Thilo Sarrazins ein. Das Bundesbankvorstands-Mitglied sei kein Ausländerfeind und Rassist. Sarrazin kritisiere zu Recht die Zuwanderer, so von Dohnanyi, die sich weigerten, ihre Kinder zum Deutschlernen zu erziehen. Thilo Sarrazin steht seit Wochen wegen seiner Thesen zur angeblich mangelnden Integrationsfähigkeit von Migranten und weiteren Äußerungen massiv in der Kritik.

Mit dem SPD-Urgestein hat der »Integrationspolitiker« Sarrazin einen starken Fürsprecher. Von Dohnanyis Wort zählt noch immer in der Partei. Wenn er, der zwischen den Weltkriegen in Hamburg geboren wurde und ein Neffe des von den Nazis hingerichteten Theologen Dietrich Bonhoeffer ist, sich nun gegen einen Rausschmiss Sarrazins ausspricht, wie kürzlich in einer ZDF-Nachrichtensendung, dann wird das Parteiausschlussverfahren nicht unbedingt einfacher. Hinzu kommt, dass von Dohnanyi, der nach der Wende Beauftragter der Treuhandanstalt für die Privatisierung ostdeutscher Kombinate war und half, die DDR abzuwickeln, die Mehrheit der SPD-Mitglieder auf seiner Seite hat. Auch die will Sarrazin nicht aus der Partei werfen.

Nun appelliert der promovierte Jurist und ehemalige Bundesbildungsminister an Parteichef Sigmar Gabriel, eine Anhörung Sarrazins zu beschließen. »Eine Einigung zwischen der SPD und dem Parteimitglied Sarrazin ist möglich«, sagte Dohnanyi. Die SPD müsse über den Umgang mit denjenigen Eltern diskutieren, die ihre Kinder nicht zu Bildungs- und Integrationsbereitschaft erzögen. Ob Sarrazin in dieser Debatte der Richtige ist, darf mit Recht bezweifelt werden. Denn wer von genetischen Besonderheiten von Juden schwadroniert und die in der Bundesrepublik lebenden Muslime per se verurteilt, der will nicht integrieren, sondern nur diffamieren.

Neben Klaus von Dohnanyi hat sich auch Heinz Buschkowsky, Bürgermeister des Berliner »Problem-Bezirks« Neukölln, gegen den Ausschluss von Sarrazin ausgesprochen.

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