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Drohnen-Invasion in Pakistan

Dutzende Tote bei US-Angriffen in Nord-Waziristan / Bombenanschläge fordern weitere Opfer

Beim vierten US-amerikanischen Drohnenangriff in Pakistan binnen 24 Stunden sind am Donnerstag im Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens sechs Menschen getötet worden, drei weitere wurden verletzt.

Islamabad/Kabul (dpa/ND). Ziel des jüngsten Raketenbeschusses sei ein Haus im Stammesgebiet Nord-Waziristan gewesen, das von Anhängern des regierungsfreundlichen Taliban-Kommandeurs Hafiz Gul Bahadur genutzt worden sei, wie ein Sicherheitsbeamter mitteilte. Bahadur hat ein Friedensabkommen mit der pakistanischen Regierung unterzeichnet. Seine Anhänger greifen – anders als andere Taliban-Gruppen – keine pakistanischen Regierungsmitarbeiter oder Sicherheitskräfte an. Sie verüben vor allem Anschläge auf ausländische Truppen auf der afghanischen Seite der Grenze. Bei den drei vorangegangenen Angriffen mit unbemannten Flugzeugen, ebenfalls in Nord-Waziristan, waren mindestens 18 Menschen getötet worden. Ziel waren Anhänger des Hakkani-Netzwerks, das ebenfalls in Afghanistan kämpft.

Bei einem Bombenanschlag im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind am Donnerstag zudem mindestens zehn Zivilisten getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden, als ein Kleinbus im Stammesgebiet Kurram in eine Sprengfalle geraten sei, sagte Bahadur Khan vom Krankenhaus im Ort Sadda. Auch in der Stadt Quetta ist eine Bombe explodiert. Dabei seien zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die Bombe sei unter einem Auto versteckt gewesen, das in der Nähe des Hauses des Finanzministers von Baluchistan, Asim Kurd Gilo, parkte.

Nach Monaten in der Gewalt von islamistischen Aufständischen ist derweil ein britischer Journalist freigekommen. Der Fernsehreporter Asad Qureshi sei am Donnerstag von seinen Geiselnehmern freigelassen worden, teilte ein Sprecher der britischen Botschaft in Islamabad mit. Qureshi war im März im Nordwesten Pakistans entführt worden. Zu der Tat bekannte sich die bis dahin unbekannte islamistische Rebellengruppe Asiatische Tiger.

Taliban-Führer Mullah Omar will im Fall einer erneuten Machtübernahme in Afghanistan friedliche Beziehungen auch zu westlichen Staaten unterhalten. In seiner auf der Homepage der Aufständischen veröffentlichten Botschaft zum bevorstehenden Opferfest hieß es, den ausländischen Soldaten drohe am Hindukusch schon bald eine vernichtende Niederlage.

Mullah Omar versucht seit einiger Zeit, Ängste zu zerstreuen, nach einem Abzug der ausländischen Truppen würde Afghanistan erneut zum Zufluchtsort für radikal-islamische Terroristen, die Anschläge im Westen planen.

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