Das war mein Spiel. War es das?

Hermann Kant im ND-Club über seinen Roman »Kennung«

  • Von Christina Matte
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Mittwochabend, ND im Club. Wie zu erwarten, war der große Saal im ND-Gebäude am Berliner Franz-Mehring-Platz gut gefüllt, denn zu Gast – nicht zum ersten Mal – war der Schriftsteller Hermann Kant.

Kant las das erste Kapitel aus seinem jüngsten Roman »Kennung«. Somit begann der Abend heiter. Obwohl schon in diesem ersten Kapitel alles angelegt ist: der Ernst des Themas und wie ernsthaft der Autor damit umgeht. Doch der Spieler, der Wortspieler Kant, der immer auf Tiefe zielt, verspielt auch nicht den Witz, der sich anbietet. Man könne nicht einen Tag mit 24 Stunden Langeweile auf 24 langweiligen Seiten wiedergeben. Und ja, er genieße den Witz, den ein Thema ihm eröffne. Kants Publikum an diesem Abend konnte sich dem Wortwitz nicht entziehen.

Das Thema: Vor der Tür des Literaturkritikers Linus Cord begehrt ein Mann mit Klappkarte Einlass – der ihm gewährt wird. Der Gesandte des Ministeriums für Staatssicherheit fragt, ob Cord noch die Nummer seiner Erkennungsmarke wisse, die ihm, dem jungen Wehrmachtssoldaten, kurz vor Kriegsende von Sowjetsoldaten abgenommen und zu vielen anderen auf eine großen Haufen geworfen wurde. So be...


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