Da wird kein Auge zugedrückt

Das Redaktionsteam um Stephanie Thieme sorgt dafür, dass eine klare Sprache Gesetz wird

  • Von Christina Matte
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Melanie Gaida, Stephanie Thieme und Dr. Gudrun Raff (v.l.n.r.) gehören zum Redaktionsstab Rechtssprache.

Stephanie Thieme arbeitet bei der Gesellschaft für deutsche Sprache. Ihr Arbeitsplatz allerdings befindet sich im Bundesministerium der Justiz, in der Berliner Mohrenstraße. Etwa 200 Gesetze und Verordnungen werden in der Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr verabschiedet. Seit 2002 hat Stephanie Thieme daran einen gewissen Anteil: Sie prüft, ob die Entwürfe sprachlich korrekt, möglichst verständlich formuliert sind. Wenn nicht, erhebt sie Einwände, unterbreitet Vorschläge. Darauf, ob die Vorschläge letztlich angenommen werden, hat sie nur begrenzt Einfluss. Folgt man jedoch ihren Einlassungen, kann eine gründliche Sprachprüfung auch den Inhalt einer Regelung in Frage stellen: »Nicht selten weist eine unverständliche Formulierung auf inhaltliche Unklarheiten hin. Wird dann gemeinsam mit dem Autor des Gesetzes noch einmal nachgedacht, findet man oft zu einer verständlicheren und eindeutigeren Formulierung.«

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Bonn, 1966. Auf der Tageso...

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