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Öko-Festival am Fjord

Osloer Veranstaltung versucht Musikspektakel und Umwelt zu versöhnen

  • Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
  • Lesedauer: 2 Min.
Üppiger Stromverbrauch, massenhaft Müll in der Natur und verstopfte Anfahrtswege sind nur einige der Probleme bei großen Rockfestivals. Das wussten die Organisatoren des Osloer Øya-Festivals, als sie 1999 zum ersten Mal zu fünf Tagen Musik einluden und versuchten deshalb von Anfang an, alle Umweltsünden zu vermeiden.

Wenn Tausende von Menschen auf engem Raum zusammenkommen, hinterlassen sie zwangsläufig ihre Spuren. Die Organisatoren des Osloer Øya-Festivals haben sich seit 1999 zum Vorreiter umweltschonender Großveranstaltungen entwickelt. Die Inspiration zur Etablierung eines eigenen Festivals, so die Pressesprecherin Linnea Svensson, und seines grünen Profils kam vom dänischen Roskilde-Festival.

Zugegeben, mit etwa 16 000 täglichen Gästen ist Øya deutlich kleiner als das dänische Vorbild, doch die norwegischen Erfahrungen sind übertragbar. Das Festivalgelände liegt innerhalb der Osloer Stadtgrenzen und ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Parkplätze gibt es nur wenige, so dass die Anfahrt mit dem Pkw keinen Sinn macht und die damit ausgelösten Probleme erst gar nicht entstehen. Bedingt durch seine Lage kam der Strom bisher allerdings aus Dieselgeneratoren. Doch der Hauptsponsor, das Energieunternehmen Hafslund, schloss das Gelände vor dem diesjährigen Festival an das Stromnetz an. Dadurch sank der Energiebedarf um fast zwei Drittel auf etwa 13 000 Kilowattstunden, die überdies aus klimafreundlicher Wasserkraft kommen. Der festivalinterne Transport erfolgt mit Elektroautos.

Die Gäste hinterlassen täglich etwa 40 Tonnen Abfall, der eingesammelt und sortiert wird. Dadurch werden knapp zwei Drittel des Abfalls wie Plastik, Papier und Glas der Wiederverwendung zugeführt. Die Abfallsortierung übernehmen Freiwillige der norwegischen Organisation Jugend und Natur, die dafür bezahlt wird. Der Rest des Abfalls wird in einem Müllheizkraftwerk verbrannt, das Fernwärme für die Osloer Haushalte liefert.

Um die Abfallmengen zu begrenzen bzw. zu sichern, dass möglichst viele Abfälle gleich an den richtigen Stellen abgeliefert werden, wird auf Plastikbecher, Pizzaverpackungen u.ä. Pfand erhoben. Linnea Svensson kann stolz berichten, dass die Erfahrungen des Festivals von der Osloer Stadtverwaltung aufgegriffen worden sind, die die Einführung einer ähnlichen Ordnung für die Verkaufsstellen der Stadt erwägt.

Ein anderer wichtiger Punkt lag den Organisatoren von Anfang am Herzen – das Essen. Um einen Stand auf dem Gelände haben zu können, muss der Inhaber nachweisen, dass die verwendeten Lebensmittel ökologisch produziert sind und so weit wie möglich aus dem Osloer Umfeld kommen, um lange Transportwege zu vermeiden.

Die Festivalleitung hat ihre ökologischen Erfahrungen inzwischen in einem Umwelthandbuch zusammengefasst, dessen englische Version im Internet frei zugänglich ist.

Im Internet: www.environmental-

handbook.com

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