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Zu Schiller gezwungen

»Verrücktes Blut« im Ballhaus Naunynstraße

  • Von Anouk Meyer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Drastische Erziehungsmaßnahme

Sie pöbeln und schubsen, brüllen in ihre Handys, kratzen sich genüsslich im Schritt und rotzen auf den Boden. Wo sie sind, ist Lärm und Aggression. Auf Schillers Ideale der ästhetischen Erziehung haben die sieben Schüler mit Migrationshintergrund, fünf Jungs, zwei Mädchen, sichtlich keinen Bock. Hilflos stöckelt die Lehrerin in dem wilden Haufen herum, versucht vergeblich, für Ruhe zu sorgen. Bis ihr in dem Gerangel eine Waffe in die Hand fällt.

So furios und emotionsgeladen Nurkan Erpulat seine Inszenierung »Verrücktes Blut« beginnen lässt, so temporeich und hochintensiv ist das ganze Stück, das Anfang September bei der Ruhrtriennale Premiere hatte und nun im Ballhaus Naunynstraße gezeigt wird. Geschickt haben Regisseur Erpulat und Dramaturg Jens Hillje ihre Vorlage, den französischen Film »La Journée de la Jupe« von Jean-Paul Lilienfeld, sehr frei fürs Theater adaptiert und von Frankreich nach Berlin verlegt.

Getreu Schillers These, ...


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