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Der Abrüster

Thomas Küchenmeister wird für sein Engagement gegen Landminen ausgezeichnet

Personalie: Der Abrüster

Sie kämpfen gegen die Herstellung von Landminen und für eine verbesserte Opferhilfe. Darum bekommen Thomas Küchenmeister und das von ihm geleitete »Aktionsbündnis Landmine.de« morgen den Henry Mathews Preis verliehen. Der undotierte Preis wird seit 2007 vom Dachverband Kritischer Aktionäre vergeben, der sich seinerseits für soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen stark macht. Zur Begründung der diesjährigen Entscheidung hieß es, das Bündnis habe sich auf herausragende Weise für die Opfer von Waffenproduzenten eingesetzt und das öffentliche Bewusstsein für die Gefahren durch Minen und Streumunition geschärft.

In der Tat hatte es dem Bundestag schon 2007 eine Unterschriftenliste vorgelegt, in der sich über eine Million Bürger für ein Verbot von Landminen und Streumunition ausgesprochen hatten. In dem 1995 gegründeten Aktionsbündnis sind 17 deutsche Hilfswerke und Nichtregierungsorganisationen zusammengeschlossen, darunter etwa die Diakonie Katastrophenhilfe, Handicap International oder UNICEF. Küchenmeister wurde 1997 als Leiter angeworben, nachdem er gemeinsam mit Otfried Nassauer das Buch »Gute Mine zum bösen Spiel? Landminen made in Germany« veröffentlicht hatte. Der 53-Jährige studierte Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung an der Freien Universität Berlin und schrieb als Freier Journalist über Abrüstungsthemen.

Gegenüber dem ND unterstrich Küchenmeister besonders die Mitwirkung des Aktionsbündnisses an der aktuellen »Konvention zum Verbot von Streumunition«, die von über hundert Staaten unterzeichnet wurde und am 1. August 2010 in Kraft getreten ist. Die völkerrechtlich bindende Konvention sieht ein Verbot von Streumunition vor und verpflichtet darüber hinaus zu Maßnahmen der Opferhilfe. Die Zustimmung Deutschlands habe das Aktionsbündnis durch starke Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit maßgeblich vorangebracht, so Küchenmeister. Zugleich kritisierte er, dass deutsche Banken noch immer Kreditgeschäfte mit Produzenten von Streumunition tätigen. Hier sei ein striktes Investmentverbot gefordert, wie es in Belgien oder Irland längst existiere.

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