Werbung

Mobil und ökologisch

Umweltverbände diskutierten mit linken Gruppen über sozial gerechtes Verkehrssystem

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Für das Recht auf Mobilität«, lautete das Motto einer Diskussionsveranstaltung, zu der Vertreter mehrerer Umweltverbände in den Berliner Stadtteilladen Zielona Gora eingeladen waren.
Mobil und ökologisch

Dabei ging es um eine innerhalb der ökologischen Bewegung durchaus kontrovers diskutierte Forderung. Denn einige Umweltverbände fordern aus ökologischen Gründen die Einschränkung der Mobilität. »Einem solchen Ansatz haben wir stets energisch widersprochen«, erklärte Uwe Hiksch von den Naturfreunden. Ein zentrales Ziel der eng mit der Arbeiterbewegung verbundenen Organisation war der Kampf um Mobilität für Menschen mit niedrigen Einkommen. Das von den Naturfreunden geforderte Recht auf Mobilität schloss die Möglichkeit ein, dass Arbeiter sich bessere Jobs suchen, aber auch Urlaub machen konnten.

Auch heute ist für Hiksch die Forderung nach Mobilität weiterhin aktuell. Ein zentrales Kampffeld der Naturfreunde ist die Verhinderung des verschobenen Börsengangs der Deutsche Bahn AG. »Eine börsennotierte Bahn, die ausschließlich nach Gewinnerwägungen handelt, wird unrentable Strecken stilllegen und die Preise erhöhen und damit die Mobilität von Menschen mit geringen Einkommen einschränken«, begründete Hiksch dieses Engagement.

Michelle Schneider vertrat auf der Diskussionsveranstaltung eine junge ökologische Initiative. Die Gruppe Gegenstrom entstand im Kampf gegen das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg. »Aus dem Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen haben wir die Konsequenz gezogen, uns verstärkt auf lokaler Ebene für Klimagerechtigkeit einzusetzen«, betonte Schneider. Zur Klimagerechtigkeit gehört für Schneider aber auch, dagegen zu kämpfen, dass in Deutschland die Menschen mit niedrigen Einkommen verstärkt für die Rettung der Umwelt zur Kasse gebeten werden. Deshalb gehört Gegenstrom zu den Unterstützern der vom Berliner Sozialforum initiierten Kampagne »Berlin fährt frei«, die eine unentgeltliche Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin fordert. »Damit sollen ökologische und soziale Interessen verbunden werden«, erklärte Lisa Monthey von der Gruppe »Für eine linke Strömung« (felS). Auch in Bremen, München und Tübingen wurden lokale Initiativen für einen kostenlosen Nahverkehr gestartet. Die Kampagne kann sich auf gute Argumente stützen. Vor mehr als einem Jahrzehnt hat der Verkehrsexperte Winfried Wolf durchgerechnet, dass die Stadt Berlin für einen kostenlosen Nahverkehr weniger Geld ausgeben müsste, als heute für den Individualverkehr mit seinen Folgekosten.

Kommenden Dienstag, am globalen Aktionstag für Klimagerechtigkeit, will die Initiative den kostenlosen Nahverkehr schon mal ausprobieren. Treff um 17 Uhr an der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!