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Bei den Protesten gegen Stuttgart 21 geht es längst nicht mehr nur um persönliche Betroffenheit. Es geht um das Verhältnis von Regierungen und denen, die sie ins Amt gebracht haben, es geht um die Gesellschaft und die Frage danach, wem sie gehört. Diejenigen, die dort auf die Straße gehen, sind nicht nur Linke, sondern die Wählerinnen und Wähler – ja, auch der CDU –, die das Gefühl haben, mit ihren abgegebenen Stimmen wird Schindluder getrieben. Das Bürgertum holt sich seine Stimmen zu Zehntausenden zurück, erhebt sie gegen die gewählten »Vertreter«.

Warum können Erwerbslosendemos von diesen Zahlen nur träumen, wie die am Sonntag in Oldenburg mit ihren 3000 Teilnehmern? Warum gehen nicht diejenigen, die von jeder neuen »Konsolidierungsmaßnahme« einer Bundesregierung ungleich mehr persönlich betroffen sind, millionenfach auf die Straße? Die Wahrnehmung, eh nichts an der eigenen Lage ändern zu können, ist ein Grund dafür. »Die Gesellschaft tut nichts für mich, warum sollte ich etwas für diese Gesellschaft tun«, ist ein anderer. Allgemeinplätze – und damit verbunden: konkrete Probleme, die Protestakteuren lange bekannt sind. Und warum gehen eigentlich nicht diejenigen mit ihnen auf die Straße, die in Zukunft vor dem gleichen Problem stehen könnten? So genau will man's vielleicht auch nicht wissen ...

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