Südwest-SPD will »Erbpächter des Landes« verjagen

Die Sozialdemokraten in Baden-Württemberg wollen im nächsten Jahr runter von der Oppositionsbank

  • Von Henning Otte, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Südwest-SPD macht sich Mut: Selbst ihr Altvorderer Eppler glaubt an den Sturz der fast übermächtigen CDU, an der er sich lange die Zähne ausgebissen hat. Nun soll es der junge Schmid richten. Doch vor der CDU muss er erst einmal die Grünen überholen.

Ulm. Nils Schmid erlebt beim Ulmer Parteitag der baden-württembergischen SPD ein Wechselbad der Gefühle. Erst düpieren ihn die Delegierten in einer wichtigen Frage – zwei Minuten später wird das Ergebnis seiner Wahl zum Spitzenkandidaten bekannt: Der 37-Jährige erhält 92 Prozent Zustimmung. Der SPD-Landeschef kann froh sein, dass die Debatte über einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum harten Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner am 30. September nach der Abstimmung aufgerufen wurde, so sind sich die Parteistrategen hinterher sicher.

Die SPD-Jugend macht Stimmung gegen die zurückhaltende Linie der Partei- und Fraktionsspitze und erringt einen denkbar knappen Sieg: 132:130 Stimmen für einen Untersuchungsausschuss. Da können Fraktionschef Claus Schmiedel und Ex-Innenminister Frieder Birzele noch so flehen, die Führung nicht zu beschädigen. Juso-Landeschef Frederick Brütting nimmt keine Rücksicht: Die »blutigen Szenen« ...


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