Die große Sorge vor der Verdrängung

Mit Kiezspaziergängen machen linke Gruppen auf Gentrifizierung und steigende Mieten aufmerksam

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Protest gegen Baugruppen in Treptow

Lange lag die heute Alt-Treptow genannte Gegend rund um die Karl-Kunger-Straße im Dornröschenschlaf. Halb umschlossen von der Berliner Mauer und eher peripher durch den S-Bahnhof Treptower Park erschlossen, dauerte es auch nach der Wende lange, bis sich die Gegend mit ihren Gründerzeitbauten zu einem begehrten Wohnquartier entwickelte.

Vor allem die stark steigenden Mieten im nahen Kreuzberg führten dazu, dass Bewohner von dort den Kiez als preiswerte und nahe Ausweichmöglichkeit entdeckten. Das kurbelte den Markt an, die Preise steigen nun auch hier. Grund genug für lokale Initiativen, eine Begehung nach Vorbild der rührigen Anwohner des Kreuzberger Graefekiezes zu veranstalten. Rund 80 Interessierte fanden sich ein. »Die Gegend entspricht von der Sozialstruktur genau dem Durchschnitt«, erläutert Sigrun. 44 Prozent der Kinder und rund 32 Prozent aller Haushalte sind Hartz-IV-Bezieher. »Das zeigt, wie schlecht es der Berliner Bevölkerun...

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Das Blättchen Heft 20/17
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