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Gegen Inter, Barca und die Bayern

2. Liga: Fürth heute zum Spitzenspiel bei Hertha

Wer kann Hertha BSC besiegen? Greuther Fürth jedenfalls nicht – so muss man zumindest glauben, wenn man dem Trainer des ärgsten Verfolgers der Berliner zuhört. »Hertha ist weit weg an der Spitze, nicht nur was den Etat, sondern auch was die individuelle Qualität betrifft«, sagt Mike Büskens vor dem heutigen Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga beim Tabellenführer. Während die Fürther vom guten Saisonstart fast ein wenig überrascht sind, läuft für den Absteiger aus Berlin alles wie erwartet. »Wir haben eine schöne Ausgangsposition«, gibt Herthas Trainer Markus Babbel zu. »Aber sie birgt auch die Gefahr der Leichtfertigkeit.«

Die Aufstiegskonkurrenten wittern darin ihre Chance und lassen keine Gelegenheit aus, die Berliner als unantastbar in Sicherheit zu wiegen. So erklärte Fürths Trainer Mike Büskens vor dem Gipfeltreffen Hertha zur Übermannschaft: »Die Berliner sind nicht nur die Bayern der 2. Liga, sie sind Barcelona, Inter Mailand und Bayern in einem Team.« Auch Bochums Trainer Friedhelm Funkel hob seinen Ex-Klub aus Berlin unter der Woche in den Himmel und prophezeite dem einzigen in dieser Saison noch unbesiegten Profiteam jetzt schon die Verbesserung seines eigenen Zweitligarekordes beim 1. FC Köln, mit dem Funkel in der Saison 2002/2003 vom Start weg 25 Spiele in Folge ohne Niederlage geblieben war.

Markus Babbel hört solche Lobpreisungen nicht gerne. »Das Spiel gegen Fürth ist ein Duell auf Augenhöhe«, warnt der Trainer vor dem Gegner, der in den vergangenen Jahren stets um den Aufstieg ins Oberhaus mitspielte, am Ende allerdings in gleicher schöner Regelmäßigkeit die ersten drei Plätze verpasste. »Dieses Jahr aber«, sagt Babbel, »können sie den Aufstieg schaffen. Büskens macht sehr gute Arbeit. Man kann erkennen, dass ein System dahinter steckt.«

Die Fürther gehen das Spiel, zu dem Hertha etwa 40 000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion erwartet, gelassen an. »Wir haben auch etwas vorzuweisen«, sagt Mike Büskens. »Und wir haben nichts zu verlieren. Es ist das einfachste Spiel für uns.« Sein Gegenüber sieht die Aufgabe gegen die spiel- und lauffreudig zu erwartenden Gäste ebenfalls recht einfach gestrickt: »Wir müssen immer nur ein Stück mehr machen als der Gegner«, sagt Babbel. »Wir wollen die Chance nutzen, uns abzusetzen.« Auch auf die Gefahr hin, dass mit der Lücke an der Spitze auch die Leichtfertigkeit wächst.

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