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Um uns wird sich zu wenig bemüht

Elisabeth Pähtz kommt am Freitag zum fünften Mal zur ND-Damenschachgala nach Berlin

Bei der 39. Schacholympiade vor wenigen Wochen in Chanty-Mansijsk war ELISABETH PÄHTZ (Foto: imago) gemeinsam mit Judith Fuchs die beste Spielerin im deutschen Team: Viermal gewann die 25-jährige Frauengroßmeisterin aus Berlin, fünfmal spielte sie Remis – eines davon gegen die Titelverteidigerin bei der ND-Damenschachgala, Anna Scharewitsch aus Belarus. Vor der 5. Auflage des Turniers in Berlin am Freitag sprach MARK WOLTER mit der Gewinnerin der ersten beiden Jahre.

ND: Sie sind als einzige Spielerin schon zum fünften Mal bei der ND-Schachgala dabei. Ein Heimspiel für Sie?
Pähtz: Ich finde es schön, dass ich immer wieder spielen darf. Das Turnier ist eine gute Sache für das Frauenschach, aber auch für Berlin. So gibt es wenigstens ein Bundesland, in dem man sich noch aktiv um ein schönes Frauenturnier bemüht.

Als Aktiven-Sprecherin im Deutschen Schachbund bemängeln Sie seit Jahren die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Hat sich da etwas verbessert?
Leider nicht. Ich hatte gehofft, dass die Deutsche Frauenmeisterschaft aufgewertet und so interessant wird, dass die ganze Nationalmannschaft teilnehmen würde. Aber da hat sich leider gar nichts getan.

Woran liegt das?
Natürlich mangelt es wie derzeit in anderen Bereichen auch an Sponsoren, aber ich denke, dass man sich an mancher Stelle auch nicht wirklich bemüht. Der Schachbund tut das, was er kann. Aber wenn die Mitgliederzahlen runtergehen, ist natürlich auch dort weniger Geld im Haushalt.

Sie stecken gerade in einer Ausbildung zur Fremdsprachenwirtschaftskorrespondentin. Bleibt da noch genug Zeit für Schach?
Ich konzentriere mich zur Zeit hauptsächlich auf die Ausbildung. Das Schachspielen habe ich ein bisschen zurückgeschraubt und nehme auch nicht mehr an so vielen Turnieren teil. Ich mache ein bisschen Ausgleichssport, gehe zweimal die Woche ins Fitnessstudio und vor wichtigen Turnieren beschäftige ich mich verstärkt mit Taktikaufgaben.

Hilft Ihnen die Erfahrung, die Sie als Schachspielerin bei internationalen Turnieren im Ausland sammeln konnten, bei der Ausbildung?
Es ist sicher gut, dass ich fließend Englisch sprechen kann. Aber außer einem durch Schach sehr gut ausgeprägten Gedächtnis habe ich keine großen Vorteile. Ich hätte früher innerhalb der Sportfördergruppe nebenbei noch eine Sprache lernen können, aber das habe ich leider nicht gemacht, weil ich damals für Nebensächlichkeiten wohl einfach zu faul war.

Wie intensiv haben Sie sich denn mit ihren Gegnerinnen vor der ND-Schachgala beschäftigt?
Nicht so sehr. Man schaut sich, wenn Zeit ist, im Internet die neuesten Partien an. Und man könnte mit Hilfe einer Computersoftware die Gegnerinnen studieren. Aber das werde ich kaum schaffen, weil ich in dieser Woche noch Klausuren schreiben muss. Ich hoffe, dass ich kurz vor dem Turnier noch ein paar Freunde zu ein paar Partien überreden kann, um mich vorher ein bisschen einzuspielen.

Ein Turniersieg wie bei den ersten beiden Auflagen der ND-Schachgala wird also nicht leicht.
Damals war ich noch in der Bundeswehr und habe mich um nichts anderes als Schach gekümmert. Diesmal kann es ganz nach hinten losgehen, es kann aber auch gut laufen. Wie es am Freitag wird, weiß ich nicht. Aber ich würde mich jetzt nicht in der Favoritenrolle sehen.

Siehe auch: 5. Internationale ND-Damenschachgala in Berlin

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