Werbung

Mutmaßlicher Terrorist verhaftet

Sauerland-Mitglied sollte freigepresst werden

Sicherheitskräfte haben im saarländischen Neunkirchen einen Terrorverdächtigen festgenommen. Gerüchteweise wurde davon gesprochen, dass die Polizei so einen Bombenanschlag verhindern konnte.

Berlin (ND-Heilig). Ein mutmaßlicher Terrorist ist am Freitag gegen acht Uhr in der Neunkirchener Bahnhofstraße festgenommen worden. Danach, so berichtete das ZDF, wurde seine Wohnung durchsucht. Angeblich hatten die Ermittler den Mann seit Wochen rund um die Uhr observiert.

Der Grund: Seit Oktober sind auf dem Internetportal YouTube mehrere Videos aufgetaucht, in denen Unbekannte die Freilassung von Daniel Schneider fordern. Auch er stammt aus Neunkirchen und gehörte zur »Sauerland-Gruppe«. Die hatte nach Erkenntnissen von Polizei und Geheimdiensten im Jahr 2007 schwere Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland geplant. Der Tipp zur Beobachtung der Gruppe war von US-Geheimdiensten gekommen.

Im März verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Terroristen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider zu je zwölf Jahren Gefängnis, den Mitangeklagten Adem Yilmaz zu elf Jahren. Atilla Selek erhielt wegen Unterstützung der Terrorgruppe fünf Jahre Haft.

In einem der Erpresservideos heißt es: »Lassen Sie unseren Bruder Abdullah – so der islamische Name, den Schneider angenommen hatte – frei, sonst hat das Land mit gefährlichen Konsequenzen zu rechnen.« In dem zweiten Video ist die Rede von »zehn deutschen Mudschaheddin«, die sich derzeit mit Sprengstoff ausstatten würden. Schneiders Anwalt hatte laut Medienberichten kürzlich erklärt, Schneider distanziere sich von dem Drohvideo und lehne eine Freipressung ab.

In Berlin steht unterdessen die Ehefrau des Anführers der Sauerland-Gruppe, Fritz Gelowicz, als Terrorhelferin vor Gericht. Die 29-Jährige und der 21 Jahre Alican T. sollen die terroristischen Vereinigungen Islamische Jihad Union (IJU) und Deutsche Taliban Mudschaheddin (DTM) im Ausland finanziell unterstützt haben.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung