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Jacke mit integriertem Rucksack

Im Erfinderladen in Prenzlauer Berg werden Dinge verkauft, die es noch nicht auf dem Markt gibt

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Marijan Jordan in seinem Erfinderladen
Marijan Jordan in seinem Erfinderladen

Quelle der Inspiration, Galerie zukünftiger Produkte und Geschäft: Der Erfinderladen in Prenzlauer Berg ist eine Art Testmarkt für Neuheiten. Verkauft und ausgestellt werden Dinge, die es noch nicht auf dem Markt gibt.

Wer in das Schaufenster an der Lychener Straße 8 blickt, bleibt unwillkürlich stehen. Da liegen und stehen interessante Sachen, die man so noch nicht gesehen hat. Eine Chamäleon-Tasche zum Beispiel. Aus diesem Utensil ragen breite, verschieden farbige Streifen. Ganz allein der Träger bestimmt, welcher Ton zu sehen sein soll. Durch ein kräftiges Ziehen am Umhängeriemen wechselt die Tasche praktisch ihr Outfit und lässt den Stoff rosa, blau, pink oder grün aussehen. Daneben stehen klobige Stiefel mit dem eigentümlichen Namen »Lom Loms«. Sie bestehen aus dickem Schaffilz, halten sehr warm und sind rutschresistent.

In dem Laden geht es kunterbunt weiter. In den Regalen und auf dem Fußboden gibt es die unterschiedlichsten Produkte. Das glänzende Brieffalzgerät mit Birnenlogo, das sofort an das Apfellogo von Apple-Produkten erinnert, beispielsweise. DIN A4-Papier lässt sich damit falten und passt genau in den Briefumschlag. Oder die pinkfarbene Kinderjacke mit integriertem Rucksack, damit die Kleinen ihr Täschchen nicht verlieren.

Vor ein paar Monaten haben Marijan Jordan und Gerhard Muthenthaler den Erfinderladen eröffnet. Das Geschäft mit angeschlossenem Museum ist praktisch das Resultat ihrer langjährigen Berater-Tätigkeit. Schließlich kümmern sich die beiden seit 13 Jahren um Tüftler. »Wir helfen ihnen, ihre Erfindung zum Patent anzumelden, zu vermarkten und dafür Produzenten zu finden«, sagt der 37-Jährige Jordan. Viele Kreative würden bei Einkäufern abblitzen, weil sie die nötigen Kapazitäten nicht hätten oder einfach zu teuer herstellten.

Der Laden soll für solche Produkte eine Plattform sein. Erfinder können ihre Schöpfungen auf Kommissionsbasis verkaufen, vorausgesetzt, sie sind bereits durch Gebrauchsmuster oder Patente geschützt. Etwa 200 unterschiedliche Angebote aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dort inzwischen zu finden.

Das Spektrum reicht von designorientierten Dingen wie allerlei Schutzhüllen aus Feuerwehrschläuchen, über praktische Teile wie Zollstöcke mit Wasserwaage und Magneten bis hin zu echten Innovationen. Dazu zählt unter anderem ein Wecker, der mit Hilfe eines Bewegungssensors erkennt, in welcher Schlafphase sich der Schlafende gerade befindet und diesen dann in einer leichten aufweckt.

Noch werden die meisten Neuheiten von Männern angeboten, berichtet Marijan Jordan. »Aber die Frauen sind im Kommen. Sie konzentrieren sich auf Bereiche wie Design und Fashion.« Einer der ältesten Kreativen sei ein 70-Jähriger, der Wanduhren für die Zimmerecken erfunden hat. Jordan gehört auch selbst zu den Erfindern – vor 14 Jahren entwickelte er eine »Contact-Swatch«. Gerade tüftelt er an drei Neuerungen, über die er allerdings noch nichts Näheres verrät.

Ein zweiter Raum soll als ein Museum für die Zukunft der Erfindungen dienen. In mehreren Vitrinen geht es um Prototypen. Besucher werden aufgefordert, ihre Meinung über die Produkte kund zu tun. Bis so manche Idee in Produktion gehen kann, muss es Veränderungen geben: Weil sie in der Herstellung einfach noch zu teuer sind.

Gespannt ist der Geschäftsführer jetzt schon auf die Vorschläge von Schülern, die Dinge präsentieren, die noch erfunden werden sollten. »Geplant sind monatlich wechselnde Ausstellungen«, kündigt Jordan an.

www.erfinderladen-berlin.de

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