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Dafür, dass nach 20 Jahren deutscher Einheit die DDR immer noch nicht richtig dazu gehört, gibt es ein weiteres trauriges Beispiel. »Bild am Sonntag« zitierte den Vizechef des Verbandes der Automobilindustrie mit der Aussage, dass Käufer deutscher Neuwagen wegen der starken Nachfrage so lange auf ihr Fahrzeug warten müssten wie noch nie. Fünf Monate auf einen Audi A3 und einen Golf Plus, drei Monate auf einen Opel Zafira. Das mag betrüblich sein, hält aber keinem Vergleich mit den in der DDR erzielten Bestwerten stand. 12 Jahre für einen Trabant 601, 14 Jahre für einen Wartburg 353 – das waren noch anständige Wartezeiten, in denen man das Gesamtwerk von Marcel Proust mehrfach studieren und die Suche nach der verlorenen Zeit nachempfinden konnte. Lumpige sechs Monate hätte der DDR-Bürger als aufdringliche Expresszustellung empfunden. Was Wartezeiten auf ein Auto betrifft, hatte die DDR Weltniveau. Aber das verschweigt die bürgerliche Presse natürlich wieder. wh

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