Man muss nur etwas genauer hinsehen

Serie: »Ich hab's einfach mal probiert« – Der achtjährige Leonard Orschiedt findet japanisches Schach cool

Schön und geheimnisvoll wirkt dieses Spiel: keine kunstvoll gedrechselten Figuren, sondern flache Plättchen mit exotischen Schriftzeichen, die über 81 Felder verschoben werden. Während viele Erwachsene bereits vor dem Standardschach auf »überschaubaren« 64 Feldern zurückschrecken, besiegt der achtjährige Leonard Orschiedt aus Ludwigshafen in der japanischen Variante »Shogi« sogar deutlich ältere Gegner. Im Rekordtempo hat er sich von der Anfängerstufe 20. Kyu zum 12. Kyu vorgearbeitet – fast die halbe Wegstrecke zur Oberliga der Dan-Grade. Bei der Ersten Deutschen Jugendmeisterschaft, zu der 26 Nachwuchstalente in Ludwigshafen antraten, hat der junge Kurpfälzer Platz drei in der U10-Konkurrenz erobert. Nun peilt er die EM im Juli an.

Die Begeisterung hat auch den achtjährigen Leo Orschiedt erfasst.

ND: Beim Shogi können Freund und Feind quasi wie Ninjas einfliegen, weil geschlagene Steine nicht aus dem Spiel verschwinden, sondern von der Partei, die sie erobert, irgendwo auf dem Brett wieder eingesetzt werden dürfen. Das erscheint ziemlich kompliziert.
Leonard: Stimmt.

Wer hat Dich denn auf Shogi aufmerksam gemacht?
Mein Vater. Der ist ein totaler Fan.

Aber die Steine sind recht seltsam, mit komischen Schriftzeichen und überhaupt keinem erkennbaren Unterschied, etwa zwischen Schwarz und Weiß!
Die sehen wirklich irgendwie alle gleich aus. Das habe ich jedenfalls zuerst auch gedacht.

Wie war das, als Du Deine erste Partie prob...



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