Fünf Prozent plus x

Die LINKE will im März auch in Baden-Württemberg den Sprung in den Landtag schaffen

ROLAND HAMM (54) will mit der LINKEN in den Landtag von Baden-Württemberg einziehen. Der Parteitag am Wochenende hat ihn und Marta Aparicio (58) zum Spitzenduo für die Landtagswahl am 27. März 2011 bestimmt. Nun warten auf den IG-Metall-Bevollmächtigten von Aalen arbeitsreiche Wochen. BARBARA MARTIN wollte von Hamm, der nach 27 Jahren Mitgliedschaft 2003 die SPD verlassen hat und 2004 in die WASG eintrat, wissen, wie die LINKE es schaffen will, nun auch im struktur-konservativen Baden-Württemberg die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken.

Das LINKE-Spitzenduo für Baden-Württemberg: Marta Aparicio und Roland Hamm

ND: Die LINKE will auch im Ländle mit dem Thema soziale Gerechtigkeit punkten. Wo sehen Sie in Baden-Württemberg gravierende soziale Ungerechtigkeit?
Hamm: Arbeitslosigkeit gibt es auch in Baden-Württemberg. In den letzten 12 Monaten haben wir erlebt, wie im Maschinenbau und bei den Automobilzulieferern strukturelle Probleme aufgebrochen sind. In Mannheim ist jedes vierte, in Stuttgart jedes zehnte Kind arm und Armut darf es in einem reichen Land nicht geben. Kommunen sind am Rande ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit. Ich bin in Aalen im Gemeinderat, da erlebe ich die Sparorgien von CDU, FDP und Grünen. Die haben direkte Auswirkungen auf Familien, auf Kultureinrichtungen, auf Schulen. Und die Versorgung von Kindern unter drei Jahren mit Kita-Plätzen ist in Baden-Württemberg bei weitem nicht gesichert.

Die Linkspartei fordert kostenlosen Kita- und Hochschulbesuch. Wie soll das finanziert werden?
Eine Millionärssteuer auf große Vermöge...

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