Zwischen Erkenntnis und Intrige

Vor 350 Jahren wurde in London die Royal Society gegründet

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

In seinem utopischen Werk »Nova Atlantis« (1627) schilderte der englische Philosoph Francis Bacon einen Inselstaat, in dem eine Vereinigung von Gelehrten die Menschheit zu einem glücklichen Leben führt. Von dieser Idee inspiriert, trafen sich ab 1644 mehrere britische Forscher regelmäßig in London und gründeten das »Invisible College«, das »Unsichtbare Kollegium«. Aus dieser privaten Vereinigung ging am 28. November 1660 die »Royal Society« hervor, zu deren Gründervätern die Naturforscher Robert Boyle und Robert Hooke, der Mathematiker John Wallis und der Ökonom William Petty gehörten. Ein weiteres prominentes Mitglied war der Architekt Christopher Wren, der später die St. Paul's Kathedrale entwarf, die zwischen 1675 und 1710 in London erbaut wurde.

Das schon damals formulierte Credo der Royal Society: »Nullius in verba« (»nach niemandes Worten«) stand im klaren Widerspruch zur überkommenen Tradition. Denn hatten zuvor kirchliche und an...


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