Wo Straßenbahnen über Land fahren

In Chemnitz können Schienenwege sowohl von Tram als auch von klassischen Zügen genutzt werden

  • Von Tino Moritz, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Vom Fernverkehr fühlt sich Chemnitz seit Jahren abgehängt. Die Zeiten, als Intercity-Züge in der viertgrößten Stadt Ostdeutschlands haltmachten, sind lange vorbei. Dafür werden im Nahverkehr Maßstäbe gesetzt – das Ziel lautet: Umsteigefrei ins Umland.

Chemnitz. Die verkehrspolitischen Prestige-Projekte der innersächsischen Konkurrenten sind weitläufig bekannt. Was für Dresden die Waldschlösschenbrücke über die Elbe ist, für deren Bau die Landeshauptstadt an der Elbe sogar freiwillig auf den UNESCO-Welterbetitel verzichtet hat, ist für Leipzig der City-Tunnel. Die Kosten für die vier Kilometer lange unterirdische Bahntrasse dort explodieren, zuletzt war von 960 Millionen Euro die Rede. Das »Chemnitzer Modell« hingegen ist viel billiger und mindestens ebenso ambitioniert.

In der Region mit insgesamt 1,3 Millionen Einwohnern soll bis 2020 das Umsteigen drastisch verringert werden. »Das klassische Modell ist: Die Leute fahren mit der Straßenbahn auf den Vorplatz vom Bahnhof, steigen dort aus, gehen zum Bahnsteig und fahren dort im Zug weiter«, erklärt der Abteilungsleiter Verkehr beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), Mathias Korda. »Bei uns fällt das weg.« Der Grund: Der Schienenverk...

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