Angst vor Pakistans Atombomben

USA sorgen sich um Sicherheit der nuklearen Arsenale

  • Von Olaf Standke
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Kein Wunder, dass die pakistanische Regierung die Veröffentlichung vertraulicher Washingtoner Depeschen durch Wikileaks so scharf verurteilt hat. Dabei ist es nicht einmal das Hauptproblem, dass sich der saudische König Abdullah abfällig über den mit massiven Korruptionsvorwürfen konfrontierten Präsidenten Asif Ali Zardari geäußert haben soll: »Wenn der Kopf fault, wirkt sich das auf den ganzen Körper aus.«

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtet Zardari sogar sein eigenes Militär, das ihn »aus dem Weg räumen« könnte, wie er im Januar 2009 dem damals designierten USA-Vizepräsidenten Joe Biden anvertraute. Und vor allem sind Washingtons Sorgen um die Sicherheit der pakistanischen Atomwaffen weitaus größer als bisher bekannt.

So war und ist man sehr im Zweifel, ob die pakistanische Führung wirklich alles gegen die Islamisten im eigenen Land tut – trotz der enormen Hilfsgelder. Allein aus dem »Coalition Support Fund«, mit dem sich die USA militärische Kooperation im »Krieg gegen den Terror« erkaufen, flossen in den vergangenen neun Jahren über sieben Milliarden Dollar, niemand erhielt mehr CSF-Mittel. Zugleich sorgt man sich um Pakistans Nuklearpotenzial. Zum einen, weil Militante Kernwaffen stehlen könnten, wie Botschafterin Anne Patterson laut »Guardian« nach Washington meldete. Und mehr noch wegen der Gefahr, dass »jemand, der i...


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