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Exodus aus dem Fichtelgebirge

In ihrem natürlichen Siedlungsgebiet kommen Ober- und Unterfranken immer seltener vor

Die Unterschiede sind groß: In den kommenden rund zwanzig Jahren werden die Bevölkerungszahlen in Ober- und Unterfranken deutlich abnehmen. Oberbayern erwartet dagegen ein Plus, insbesondere im Großraum von München.

München (dpa/ND). Die Bevölkerungsentwicklung stellt Bayern vor einen großen Strukturwandel. Vor allem die Regierungsbezirke Ober- und Unterfranken, aber auch weite Teile der Oberpfalz müssen sich bis zum Jahr 2029 auf merkliche Bevölkerungsverluste einstellen. Das geht aus dem Statistischen Jahrbuch für Bayern 2010 hervor, das Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München vorstellte. Gemessen am Stand von 2009 wird die Bevölkerung am stärksten im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge zurückgehen – und zwar um rund 21 Prozent.

Für den Regierungsbezirk Oberfranken sagen die Statistiker einen Bevölkerungsschwund von 9,2 Prozent voraus. Bis 2029 werde es in Unterfranken 5,3 Prozent weniger Einwohner geben, in der Oberpfalz werde das Minus 3,2 Prozent betragen, hieß es. In Schwaben (plus 0,2 Prozent), Mittelfranken (plus 0,2 Prozent) und Niederbayern (minus 1,2 Prozent) zeichnet sich dagegen eine stabile Einwohnerentwicklung ab. Als einziger Regierungsbezirk kann Oberbayern mit einem Einwohnerplus von 5,8 Prozent rechnen.

Besonders im Großraum München werde die Bevölkerung noch weiter zunehmen – im Landkreis Erding den Prognosen zufolge sogar um 12,5 Prozent, sagte Herrmann. Dies sei eine große Herausforderung für den Wohnungsbau, der dringend eine stärkere Förderung durch den Bund brauche. Die Zahl der Baufertigstellungen in Bayern für das vergangene Jahr nannte der Minister alarmierend: 2009 seien bayernweit nur noch 31 335 Wohnungen fertiggestellt worden, so wenige wie seit dem Jahr 1951 nicht mehr.

Ende 2009 lebten 12,5 Millionen Menschen in Bayern – 1,3 Millionen mehr als zum Jahresende 1989. Im ersten Halbjahr 2010 sei die Einwohnerzahl weiter um 8799 Personen gewachsen, sagte Herrmann. Dies zeige: »Bayern ist attraktiv, Bayern zieht Menschen an, Bayern ist Wachstumland.« Auch wenn man zunächst noch von einem abgeflachten Bevölkerungswachstum ausgehen könne, werde die Einwohnerzahl in Bayern spätestens ab dem Jahr 2020 kontinuierlich abnehmen, wenn auch mit erheblichen regionalen Unterschieden, so Herrmann.

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