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Kein Flugzeug unter dieser Nummer

US-Luftfahrtbehörde will Ordnung in Zulassungsverfahren für Privat- und Airline-Flugzeuge bringen

Von 119 000 in den USA angemeldeten Flugzeugen fehlen der US-Flugsicherung Federal Aviation Administration (FAA) wesentliche Daten, um die Maschinen Besitzern zuzuordnen.
Die Nummer dieser Maschine dürfte der FAA bekannt sein.
Die Nummer dieser Maschine dürfte der FAA bekannt sein.

Spätestens seit den Flugzeugattentaten vom 11. September 2001 gelten für den Luftverkehr in den und über die USA hohe Sicherheitsvorschriften – heißt es. Doch die FAA zeichnet ein völlig anderes Bild. Sie behauptet, dass die Informationen von über einem Drittel der 357 000 in den USA registrierten Privat- und Verkehrsflugzeuge lückenhaft sind. Die Flugsicherung fürchtet daher, Terroristen, Drogenschmuggler oder andere Kriminelle könnten an Flugzeuge gelangen, ohne dass die Behörde davon Notiz nimmt.

Von den 119 000 Maschinen mit »fragwürdiger Registrierung« sind etwa 16 000 Flugzeuge verkauft worden – man weiß aber nicht an wen. Und auch nicht, wie oft sie schon weiterverkauft wurden. 14 000 Fälle sind bekannt, in denen die Registrierung abgemeldet, die Kennzeichen aber nie gelöscht wurden, weshalb die Maschinen nach wie vor im Verkehr sein können. In anderen Fällen fehlen Formulare oder die Adressangaben des Besitzers sind unvollständig. Schon vor drei Jahren warnte die FAA vor solchen Sicherheitslücken. Getan hat sich nicht viel.

Es gibt belegte Fälle, in denen beispielsweise Drogenschmuggler ihren Nutzen aus dem Verwaltungschaos zogen. Sie verwendeten gefälschte Luftfahrzeugkenner. 2008 beschlagnahmten Beamte in Venezuela eine in den USA registrierte zweimotorige Piper. Sie hatte fast 700 Kilogramm Kokain an Bord. Die Behörden riefen den angeblichen Flugzeugbesitzer an, der erklärte, seine Maschine befinde sich im Hangar – und das stimmte. Die Schmuggler hatten einfach seine Kennzeichnung verwendet.

Bisher musste man ein Flugzeug nur beim Kauf registrieren. Alle drei Jahre fragt die FAA nur nach, ob die Informationen noch stimmen, Sanktionen für fehlende Rückmeldungen gibt es bislang nicht. 2011, so heißt es nun, wird die Flugsicherung die Registrierung komplett neu organisieren. In den kommenden drei Jahren werden alle Daten gelöscht. Nach und nach wird man alle bekannten Flugzeugbesitzer kontaktieren und um eine erneute Registrierung ihrer Maschine bitten. Bei Fluglinien, Banken und Leasingfirmen sorgt der Schritt bereits für großen für Unmut.

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