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Senat finanziert Tierpark 2020

Bei Besuch gibt Ulrich Nußbaum langfristige Zusage, Potenziale sollen aber künftig besser genutzt werden

Leider kein Dukatenesel, Streicheleinheiten vom Finanzsenator gab es trotzdem.
Leider kein Dukatenesel, Streicheleinheiten vom Finanzsenator gab es trotzdem.

Es ist eine zusätzliche Absicherung für die Zukunft. Vorneweg angeführt vom ehemaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), soll heute der Öffentlichkeit die neue Stiftung für die Hauptstadtzoos präsentiert werden. Initiiert wurden das Projekt vom Förderverein der beiden zoologischen Gärten in Ost und West. »Die Stiftung«, heißt es in der Einladung, »wird das breite Wirkungsfeld von Zoo Berlin und Tierpark Berlin zukunftsträchtig absichern und kann immer dort einspringen, wo es aktuell am notwendigsten ist.«

Aufgrund der schwierigen Haushaltslage am notwendigsten scheint die Hilfe zur Zeit beim Tierpark benötigt zu werden. Denn eigene finanzielle Rücklagen sind dort aufgebraucht, jährlich schießt der Senat rund sechs Millionen Euro dazu. Viel Geld, dass von einer Stiftung allein schwer zu kompensieren wäre. Gestern machte sich Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) selbst ein Bild vor Ort. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger stellt er den Tierpark nicht grundsätzlich in Frage. Im Gegenteil. Nußbaums Botschaft beim gemeinsamen Rundgang mit dem Zoo- und Tierpark-Direktor Bernhard Blaszkiewitz: »Wichtig ist, dass der Tierpark erhalten bleibt.« Um das zu erreichen, will der Senat bis Mitte kommenden Jahres gemeinsam mit der Geschäftsführung des zoologischen Gartens ein Konzept »Tierpark 2020« entwickeln. Ziel ist es laut Nußbaum dabei, die vorhandenen Potenziale noch besser zu entwickeln sowie das Ergänzen von Zoo und Tierpark weiter zu optimieren. Das will sich der Senat auch was kosten lassen. Denn ohne Investitionen in Gebäude, Gehege und Infrastruktur wird es in Friedrichsfelde nicht gehen.

Die konkrete Höhe der Mittel wollte Nußbaum gegenüber ND allerdings nicht benennen. Zunächst müsse es eine Bestandsaufnahme geben, sagt er. Immer wieder genanntes Manko des Tierparks ist vor allem die Einnahmeseite. Berlins Finanzsenator plant diese deshalb ebenfalls zu verbessern. So sollen die Besucherzahlen von derzeit einer Million pro Jahr auf zwei Millionen im Jahr 2020 gesteigert werden. Angesichts des Hauptwettbewerbsnachteils des Tierparks, der ungünstigen Lage, ein ziemlich ambitioniertes Ziel.

Die andauernde Kritik, der Tierpark habe kein Konzept, die bei solchen Ortsterminen sofort wieder auftaucht, kann Direktor Bernhard Blaszkiewitz indes nicht mehr hören. »Wir haben in den letzten 20 Jahren nicht geschlafen, sondern viel entwickelt«, betont Blaszkiewitz. Es klingt ein wenig trotzig, wenn er zudem empfiehlt, doch selber vor Ort zu schauen, was alles in den vergangenen Jahren verändert wurde.

Dass die kritischen Töne in den Medien zudem oft mit seiner Person gekoppelt sind, findet der Tierpark-Direktor schlicht absurd. Schließlich sei doch klar, dass er keine »Pfeife« sei, weil er genauso für den so erfolgreichen Zoo verantwortlich zeichnet, meint Blaszkiewitz. Das heiße aber nicht, dass er nicht für Ideen offen sei – ganz und gar nicht. Um die Attraktivität des weitläufigen Parkareals zu steigern, soll unter anderem bis 2013 das Alfred-Brehm-Haus – bei seiner Eröffnung 1963 das größte Tierhaus der Welt – energetisch saniert und Publikumsfreundlicher gestaltet werden. Überdies will der Tierparkdirektor in der Nähe des Schlosses Friedrichsfelde auf der alten Trappenwiese ein neues Gebäude errichten, in dem Borneo Orang-Utans untergebracht werden sollen. Es gibt aber auch Vorschläge, die Blaszkiewitz vehement ablehnt: »Schießbuden wird es hier nicht geben, auch keine Telespiele. Und einen zweiten Fernsehturm brauchen wir hier auch nicht.«

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