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Banken haben Kredit verspielt

Berliner gehen beim Konsum bewusst und kritisch vor, das zeigt das neueste Verbrauchermonitoring

Der Konsum brummt. Entgegen vieler Erwartungen hat sich die Wirtschaft 2010 deutlich positiv entwickelt. Während allerdings republikweit die Verbraucher hoffen, davon demnächst auch etwas im eigenen Geldbeutel zu spüren, sind die Berliner Verbraucher da deutlich skeptischer. Dies ist eines der Ergebnisse des gestern vorgestellten zweiten Berliner Verbraucherschutzmonitors. Die repräsentative Umfrage war von Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (LINKE) in Auftrag gegeben worden – 700 Berliner ab 14 Jahre wurden im November dafür von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragt. Erstmals wurden zudem separat 300 türkische Migranten aus Berlin befragt.

»Der Monitor soll helfen, unsere eingeleiteten verbraucherschutzpolitischen Maßnahmen weiter zu entwickeln«, erläuterte Lompscher das Ziel. Die grundlegende Strategie von Rot-Rot dabei lässt sich am besten mit den Stichworten »Transparenz, Information und Nachhaltigkeit« zusammenfassen. Leuchtturmprojekt ist der »Smiley«, der Verbrauchern Hygiene und Sauberkeit in Restaurants signalisiert – und ab Juli 2011 berlinweit eingeführt werden soll.

Eine Maßnahme, die von zwei Dritteln der Berliner unterstützt wird – wie auch die jetzt vorgestellte Umfrage zeigt. Aber nicht nur bei der Wahl des Restaurants wünschen die Berliner Klarheit und eine hilfreiche Kennzeichnung, sondern auch beim Einkauf: Fast die Hälfte sieht allerdings noch weitere Verbesserungsmöglichkeiten bei der Lebensmittelsicherheit und -kennzeichnung.

Überhaupt ist Ernährung für die Verbraucher in Berlin das Problem Nummer eins. Erst in weitem Abstand folgen die Bereiche Telefon/Internet sowie Energie/Wohnen. Nur noch eine randständige Rolle spielte dieses Jahr im Vergleich zu 2009 der Bereich Gesundheit: Damals war das Verbraucherinteresse insbesondere wegen der Vogelgrippe hoch.

Doch die Verbraucher wollen nicht nur wissen, was sich in den Lebensmitteln für Inhaltsstoffe befinden, sondern sie wünschen darüber hinaus auch Informationen über Herstellungsform, CO2-Bilanz und Transportwege der Produkte. »Fast alle Berliner Verbraucher, nämlich 89 Prozent, wissen, dass sie mit ihrem Einkaufsverhalten zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen können«, erklärte der Projektleiter der GfK, Michael Plock. Weitaus weniger ist der Zusammenhang Konsumverhalten als Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz laut Studie allerdings unter Berlinern mit türkischem Migrationshintergrund verbreitet: Von ihnen wissen nur 45 Prozent darüber Bescheid.

Auch in anderen Bereichen unterscheiden sich, das zeigt der Verbrauchermonitor auf, die Probleme zwischen zugewanderten und deutschen Berliner Verbrauchern. Während Datensicherheit allgemein und die Gefahr des Ausspionierens etwa von deutschen Internetnutzern vergleichsweise hoch eingeschätzt werden und diese damit sehr sensibel umgehen, sehen Nutzer mit türkischem Migrationshintergrund dies deutlich legerer. Für sie sind dagegen Risiken durch Viren im Internet schwerwiegender. Beide Umfrageerkenntnisse zeigen auf: Es gibt weiterhin einen hohen Aufklärungsbedarf im sicheren Umgang mit dem Internet.

Simple Hilfestellungen wie ein »TÜV-Siegel« wünschen sich die Verbraucher ebenso für den Bereich Geldanlagen. »Auch wenn es nach der Finanzkrise selbstverständlicher geworden ist, sich selbst um seine Finanzen zu kümmern«, betonte Plock. Das Vertrauen in Banken und Anlageberater ist nämlich weiter nachhaltig gestört: Gerade einmal ein Drittel traut diesen noch über den Weg. 91 Prozent dagegen wünschen sich eine Vermittlung von »Finanzwissen« bereits in der Schule.

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